Das Rüstungsunternehmen Zakłady Mechaniczne in Tarnów, Polen, hat zusammen mit den polnischen Streitkräften ein sogenanntes „Last Chance“-Nahbereichsabwehrsystem gegen Drohnen entwickelt.  Das System welches in polnischen Meiden als „Monster von Tarnów“ bezeichnet wird, befand sich seit 2018 in Entwicklung und könnte laut Zakłady Mechaniczne bald in die Serienproduktion überführt werden. Derzeit wird außerdem an der Weiterentwicklung und Optimierung gearbeitet, einschließlich der Integration in Kampffahrzeuge.

Monster
Die Gatling Gun wiegt etwas über eine Tonne. (Foto: polnische Streitkräfte)

Das Abwehrsystem besteht aus einer ferngesteuerten Feuereinheit, die mit einem mehrläufigen 12,7 × 99 mm Kaliber-Maschinengewehr auf Basis des Gatling-Systems, gekennzeichnet durch eine hohe Feuerrate von bis zu 3.600 Schüsse/Minute. Ein optoelektronischer Kopf mit einer hochwertigen Tageslicht- und Wärmebildkamera sowie ein Laser-Entfernungsmesser ermöglichen präzise Zielerfassung und Entfernungsbestimmung. Ergänzt werden die optischen Sensoren durch eine Radarstation, die unbemannte Flugobjekte aus einer Entfernung von ca. 3,5 km erkennt – auch Drohnen der Nano-Klasse.

Laut den polnischen Streitkräften kann das System ferngesteuert bedient werden und hat durch die Verfügbarkeit der genutzten 50. Kaliber Munition einen geringen Kostenaufwand im Betrieb. Dadurch hat diese Nahbereichsflugwehr jedoch auch nur eine effektive Reichweite von etwa zwei Kilometern. Das Abwehrsystem reiht sich durch den Fokus auf Drohnenabwehr in den allgemeinen Rüstungstrend der unbemannten Systeme ein. Das macht es auch für die ukrainischen Streitkräfte attraktiv. (jd)