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In der vergangenen Woche haben sich der französische Verteidigungsminister Sébastien Lecornu und sein italienischer Amtskollege Guido Crosetto am Standort des 2. Fallschirmjägerregiments der Fremdenlegion (2e REP) in der korsischen Hafenstadt Calvi zum Meinungsaustausch getroffen. Dabei haben beide angekündigt, die Zusammenarbeit der wehrtechnischen Industrien in ihren Nachbarländern stärken zu wollen.

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Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto (l.) mit seinem französischen Amtskollegen Sébastien Lecornu (r.) auf Korsika bei der Unterzeichnung von bilateralen Dokumenten. Foto: Ministère des Armées

Außerdem haben die zwei Ressortchefs eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der sie dazu aufrufen, in Sachen Ausrüstung von Landstreitkräften einen gemeinsamen europäischen Industriepool zu schaffen. „Dies“, so der französische Minister, „ist ein Segment, in dem die Konkurrenz in den nächsten 20, 30 Jahren besonders aggressiv und schwierig sein wird.“ Deshalb werde man jetzt auch beim deutsch-französischen Heeresprojekt „Main Ground Combat System” (MGCS) mit Italien zusammenarbeiten.

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Start einer „Aster“-Rakete von einer Landbatterie SAMP/T (Sol-Air Moyenne-Portée/Terrestre).
(Foto: MBDA)

Des Weiteren haben Lecornu und Grosetto einen „Letter of Intent“ (LoI) unterschrieben, der den europäischen Rüstungskonzern MBDA betrifft, der Produktionsstandorte unter anderem in Frankreich und Italien besitzt. „Das“, so der Minister aus Paris, „ist ein Kooperationsmodell, das unserer Souveränität keinen Schaden zufügt.“ Der multinationale Konzern stellt unter anderem die Flugabwehrrakete „Aster“ her. „Der Übergang von MBDA in eine Kriegswirtschaft bei den ‚Aster‘-Raketen“, so Lecornu weiter, „ist eine absolute Priorität.“ Dabei wurde ausdrücklich auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und auf die vom Iran geschürten Spannungen im Roten Meer verwiesen. Bei diesem bilateralen Treffen kam auch das Vorhaben zur Sprache, in Italien eine zweite Produktions- und Montagelinie für die „Aster“-Lenkflugkörper zu errichten.

Dr. Gerd Portugall