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Für Rettungseinsätze auf Binnengewässern entwickelt die Technische Universität Kaiserslautern (TUK) zusammen mit General Dynamics European Land Systems-Bridge Systems, der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), dem Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V. (Duisburg), der Szenaris GmbH Bremen sowie mit den Feuerwehren der Städte Wesel und Kiel ein rekonfigurierbares Pontonboot, das über autonome Fähigkeiten verfügt.

Bei einem kürzlich erfolgten Experiment auf dem Gelterswoog-Stausee bei Kaiserslautern habe das autonome Floß Wasserwege erkundet, um Hinderniskarten über und unter Wasser zu erstellen, berichtet der Lehrstuhl Robotersysteme an der TUK. Das Forschungsinstitut erforscht und erprobt entsprechende Konzepte für die Navigation, Lokalisation und Umfelderkennung an einem neu entwickelten floßähnlichen Robotersystem.

Binnengewässer sind – insbesondere bei Hochwasser – durch ständig sich ändernde Gewässerprofile und Strömungen gekennzeichnet. Um die Situation dynamisch zu erfassen, kämen hochgenaue Sensoren zum Einsatz, die in Zusammenarbeit mit Computern und Software den Einsatz autonomer Boote in realen Situationen ermöglichen sollen, erläuterte Dennis Meckel vom Lehrstuhl Robotersysteme.

„Beim autonomen Fahren auf dem Wasser haben wir einige besondere Herausforderungen: Wir müssen die Umgebung über und unter dem Wasser erfassen und zum Beispiel berücksichtigen, dass Bremswege im Wasser sehr lang sein können“, so Meckel weiter.

Autonome Schwimmplattform für Rettungsmissionen
Autonome Schwimmplattform für Rettungsmissionen

Die Forschungsarbeiten sind in das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte DIVERS-Projekt „Entwicklung eines verbesserten, multifunktionalen Ponton Boot – PoBo“ eingebettet. DIVERS ist das Innovationsprogramm „Unterstützung von Diversifizierungsstrategien von Unternehmen der Verteidigungsindustrie in zivile Sicherheitstechnologien“ des BMWi, mit dem Unternehmen der Verteidigungsindustrie bei der Diversifizierung in den angrenzenden Markt der zivilen Sicherheitstechnologien unterstützt werden sollen.

Im Projekt PoBo ist für November 2021 die Abschlusspräsentation im Hamburger Hafen geplant, vor Publikum aus Politik und Wirtschaft. „Hierbei soll die Leistungsfähigkeit des rekonfigurierbaren Pontonboots und des Kartierungsfahrzeugs vor Ort demonstriert werden,“ nennt Meckel als Ziele der Präsentation.

Redaktion / gwh