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Die Bundeswehr leistet Hilfe in den vom Hochwasser schwer getroffenen Gebieten in ganz Deutschland. Die Bundesministerin der Verteidigung, Annegret Kramp-Karrenbauer, hat bereits am Freitag den „militärischen Notstand“ ausgerufen und damit die Entscheidungskompetenz für Unterstützungsleistungen in untere Ebenen verlagert.

Die Streitkräftebasis hat bundesweit ein Netzwerk verlässlicher Ansprechstellen für die Beratung und Anforderung von Leistungen der Bundeswehr im Katastrophenfall aufgebaut. Zu diesem territorialen Netzwerk gehören 16 Landeskommandos am Sitz der jeweiligen Landesregierung, 31 Bezirksverbindungskommandos (BVK) in allen Regierungsbezirken und 403 Kreisverbindungskommandos (KVK) in allen Landkreisen und Kreisfreien Städten. In den betroffenen Regionen wurden die temporären BVK und KVK aktiviert.

Bundeswehr im Hochwassereinsatz
Die Bundeswehr unterstützt mit schwerem Gerät, Foto: Bundeswehr

Allein in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind derzeit rund 850 Soldatinnen und Soldaten sowie rund 110 Fahrzeuge (darunter drei Bergepanzer, fünf Feldumschlaggeräte, 16 geländegängige Krankenwagen, acht Transportpanzer, zwei Hubschrauber, fünf Tankwagen, sieben mobile SAT-Anlagen und ein Faltstraßengerät) im Einsatz und unterstützen die Katastrophenhelfer aus Bund, Ländern und Gemeinden.

Im Vordergrund stehen die Rettung von Menschenleben und die Verhinderung weiterer Schäden. Aber auch die Unterstützung von Aufräumarbeiten, u.a. durch „Manpower“ und „Helfende Hände“, gehört zu den Aufgaben der Einsatzkräfte.

Bundeswehr im Hochwassereinsatz

Bei einem Besuch der Einsatzkräfte am 18. Juli machte Ministerin Kramp-Karrenbauer deutlich, dass der Kurs der Strukturanpassungen der Bundeswehr mit Blick auf die derzeitigen Erfahrungen fortgesetzt werden müsse. „Wir müssen uns permanent der Lage anpassen. Dabei spielt die zivil-militärische Zusammenarbeit eine sehr große Rolle. Es stellt sich die Frage, wie der Heimatschutz mit unserer Reserve zum Beispiel kritische Infrastruktur schützen oder bei Katastrophen in Ergänzung zu den zivilen Kräften helfen kann“, so Kramp-Karrenbauer.

Gerhard Heiming