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Erneut kommt es in der Rüstungsindustrie zu Umstrukturierungen. Aus seinen überwiegend auf militärische Güter ausgerichteten Portfolio verkauft die US-amerikanische L3Harris Technologies drei Geschäftsbereiche.

Zum einen wird die österreichische Frequentis im Bereich Luftverkehrsmanagment (Air Traffic Management, ATM) die Produktlinie Sprachkommunikations- und Arrival-Management und die zugehörigen Geschäftseinheiten übernehmen. Als Kaufpreis wurde 17 Millionen Euro vereinbart.

Dann wird der deutsche Getriebe- und Antriebsspezialist Renk den Geschäftsbereich Antriebe für Kampffahrzeuge (Combat Propulsion Systems, (CPS) und die MagnetMotor GmbH (MM) erwerben. Die Vereinbarung sieht einen Kaufpreis von 327 Millionen Euro vor. Renk erwartet sich davon einen Umsatzzuwachs von 230 Millionen Euro jährlich.

Zum dritten übernimmt der kanadische Hersteller von Simulationsanlagen CAE den Geschäftsbereich militärische Ausbildung (Military Training) mit den Anteilen Link Simulation & Training, Doss Aviation und AMI  und will damit sein Kerngeschäft ergänzen. Als Kaufpreis wurde 1,2 Milliarden Euro angegeben. Der Jahresumsatz von CAE soll um ca. 410 Millionen Euro anwachsen.

L3Harris Technologies rangiert mit einem Jahresumsatz 2019 mit Verteidigungsgütern in Höhe von 11,4 Milliarden Euro bei Defense News auf Platz 9 der Top 100 Unternehmen. Der Umsatz der verkauften Bereiche beläuft sich zusammen auf rund 670 Millionen Euro (5,8 Prozent). “Der Prozess zur Umgestaltung des Portfolios ist noch nicht abgeschlossen”, sagte William M. Brown, Chairman und CEO von L3Harris.

L3Harris Technologies verkauft drei Geschäftsbereiche

Bei CAE und Renk steigt das Umsatzpotential durch den Erwerb um etwa 40 Prozent des Jahresumsatzes von 2019. Mit der Übernahme erwerben die Firmen nicht nur Know-How und Fertigungskapazitäten sondern auch einen (weiteren) Stützpunkt in den USA, der Vorteile bei der Beteiligung an Rüstungsprogrammen der US-Streitkräfte mit sich bringt.

Damit die Vereinbarungen rechtswirksam werden, müssen die Behörden der jeweiligen Länder zustimmen. Die Firmen erwarten, dass die Bedingungen für den Abschluss der Geschäfte zügig erfüllt werden, so dass die Übernahmeverträge in der zweiten Hälfte 2021 in Kraft treten können.

Gerhard Heiming