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Werden Gefechtsfahrzeuge künftig noch weniger erkannt? Neue Brennstoffzellen bieten hier neue Optionen. Die SFC Energy AG hat jetzt mit der neuen und gehärteten Emily 12000 eine neue Brennstoffzelle entwickelt und getestet. Die Tests flossen in eine Studie ein, die von der SCF mit der Bundeswehr durchgeführt wurde. Die Erprobungen wurden zudem von mehreren internationalen Partnern der Firma und den jeweiligen nationalen Verteidigungsorganisationen durchgeführt. Die jetzt gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, das System weiterzuentwickeln.

Der aktuelle Prototyp der SFC Emily 12000 bietet mit 500 Watt ausreichend Leistung für eine geräuschlose Nutzung großer Fahrzeuge. Dabei bleiben die Bordbatterien voll geladen. Laut Hersteller zeichnet sie sich durch einen sehr geringen Kraftstoffverbrauch von nur zehn Litern Methanol in 24 Stunden aus. So können auch große Gefechtsfahrzeuge, wie zum Beispiel ein Kampfpanzer oder eine Haubitze, in Feldposten oder Stellungen ihre Bereitschaft sicherstellen, ohne dass der Motor laufen muss. Dieses reduziert die Fahrzeugsignatur in Bezug auf Hitzeentwicklungen, Emissionen (Abgasen), etc. erheblich und schützt damit vor Aufklärung.

Der SFC Emily 12000-Demonstrator hat eine maximale Leistung von 500 Watt und kann das Bordnetz mit einer Nennspannung von 24 V DC / 48 V DC versorgen. Der Verbrauch an Methanol liegt laut SFC bei durchschnittlich 0,9 Litern pro Kilowattstunde (kWh). Die neue Brennstoffzelle hat die Maße 640x465x380 mm und ein Gewicht von 39,6 Kilogramm. Während der Studie wurde die Brennstoffzelle an unterschiedlichen großen Gefechtsfahrzeugen getestet.

Die Bundeswehr nutzt bereits seit 2011 das Emily 2200 Brennstoffzellensystem und den SFC Power Manager für die Bordstromversorgung von Fahrzeugen. Die Emily 2200 wurde gezielt für die Anforderungen im Verteidigungsbereich entwickelt und militärisch qualifiziert. Sie trägt eine NATO-Versorgungsnummer (NSN) und wird bei der Bundeswehr sowohl als Bordstromversorgung von militärischen Fahrzeugen als auch abgesetzt eingesetzt. Durch den Einsatz der Emily 2200 muss der Fahrzeugmotor nicht im Stand laufen, um die elektrischen Verbraucher zu versorgen. In der Nutzung durch abgesetzte Soldaten entfällt die Verwendung von schweren und lauten Dieselgeneratoren. Der SFC Power Manager ist die Spinne im Netz und koordiniert den Fahrzeugstrom zum Laden verschiedener militärischer Batterien und zur Versorgung von Funkgeräten, tragbaren Computern und weiteren Verbrauchern, heißt es bei der Firma. Dabei kann der Powermanager PM3G sehr flexibel eingesetzt werden, auch dank seines geringen Gewichtes und des platzsparenden Designs.

Bundeswehr und Partner testen neue Brennstoffzelle
Bundeswehr und Partner testen neue Brennstoffzelle

Zusätzlich zur Emily 2200 nutzen die Bundeswehr sowie weitere NATO-Partner die portable Brennstoffzelle Jenny 600S. Sie kommt vor allem im abgesetzten und abgesessenen Einsatz der Infanterie und Spezialkräfte zur Anwendung. Das portable Brennstoffzellensystem SFC Jenny 600S wiegt nur ca. 1,7 kg und ist damit einfach im Rucksack oder sogar an der Koppel tragbar. Das System liefert pro Tag 600 Wh elektrische Energie. Drei bis vier 350 ml Methanol-Tankpatronen enthalten genug Kapazität für einen 72-stündigen Einsatz. Laut SFC lässt sich so bis zu 80 Prozent an Batteriegewicht im Vergleich zu herkömmlichen Batterien einsparen. Somit können Soldaten mit einer Mindestausstattung an Batterien planen und durch das eingesparte Gewicht und Volumen zusätzliche Nahrung, Wasser und Munition mitführen oder die Einsatzdauer verlängern.

André Forkert