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Die Streitkräftebasis wurde im Oktober 2000 als eigenständiger militärischer Organisationsbereich aufgestellt. Ihre Aufgabe: Bündelung zentraler und querschnittlicher Aufgaben. Ohne die Streitkräftebasis sind Einsätze der Bundeswehr heute nicht mehr denkbar.

Mit Aufstellungsbefehl vom 1. Oktober 2000 wurde die Streitkräftebasis (SKB) als neuer Organisationsbereich der Bundeswehr in Köln in Dienst gestellt. Als Gemeinschaftsunternehmen von Heer, Luftwaffe und Marine bildete sie im wahrsten Sinne des Wortes eine Basis für die Streitkräfte und fasste einen Großteil der für Einsatz und Grundbetrieb erforderlichen streitkräftegemeinsamen Fähigkeiten u.a. bei Logistik, ABC-Abwehr und Militärpolizei zusammen.

20 Jahre SKB: Die Geschichte der Streitkräftebasis
Das Wappen der Streitkräftebasis
zeigt die Bündelung von Aufgaben
des Heeres (Grün), der Luftwaffe
(Gelb) und der Marine (Blau) in
der SKB (Rot), Grafik: SKB

„Bereits weit vor den Entscheidungen zur Aufstellung der SKB waren in der Bundeswehr Ideen zur Zusammenführung unterstützender Funktionen erwogen und teilweise realisiert worden“, erinnert sich Vizeadmiral a.D. Bernd Heise, der erste Inspekteur der SKB. „So existierte seit Ende der 50er bis Ende der 60er Jahre das eigenständige Kommando der Territorialen Verteidigung für die TSK-gemeinsame territoriale Verteidigung.“
Konkret wurden diese Ideen aber erst 40 Jahre später mit Veränderung der sicherheitspolitischen Lage in Europa. Die Kommission „Gemeinsame Sicherheit und Zukunft der Bundeswehr“ unter Leitung des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker empfahl im Mai 2000 die Zusammenführung streitkräftegemeinsamer Aufgaben, um die Durchhaltefähigkeit und Effizienz der Streitkräfte zu steigern und dabei Kosten in erheblichem Umfang einzusparen. Die SKB wurde damit nicht nur Vorreiter, sondern auch Motor für die Transformation der Bundeswehr.
„Der Zentralmilitärische Bereich wurde zunächst unverändert übernommen“, berichtet der erste Inspekteur der SKB und fährt fort: „Für alles Übrige war unsere Kreativität gefordert, die politischen Grundsatzentscheidungen in tragfähige Strukturen zu gießen. Dabei war uns eine Obergrenze von 50.000 militärischen und 20.000 zivilen Dienstposten vorgegeben. Diese Dienstposten gingen natürlich zulasten der drei TSK, was zugleich deren Eigenständigkeit in einer Reihe von Aufgaben beschnitt und neue Schnittstellen schaffte. Da blieben Vorbehalte und Missverständnisse nicht ganz aus.“
Bei der Führung stützte sich die Streitkräftebasis zunächst auf das neue Streitkräfteunterstützungskommando (SKUKdo) in Köln und das Streitkräfteamt (SKA) in Bonn. Das SKUKdo führte als nationale territoriale Kommandobehörde die Wehrbereichskommandos I bis IV sowie die Kräfte und Einrichtungen mit unmittelbarem Einsatzbezug: Logisitik, Führungsunterstützung, Elektronische Kampfführung, Operative Information, Feldjägerwesen, Kampfmittelbeseitigung sowie Feldlagerbau und -betrieb. Das SKA war in erster Linie für die Ausbildung und bestimmte Funktionen verantwortlich: Schulen, Akademien, Universitäten und Ämter mit Spezialaufgaben, z.B. die Verifikation von Abrüstungsmaßnahmen, die Militärattachéstäbe und die Auslandsdienststellen der Bundeswehr.

20 Jahre SKB: Die Geschichte der Streitkräftebasis
Aufbau neuer Container im Camp Marmal. Camp Marmal ist das größte Bundeswehrlager in Nordafghanistan / Mazar-e Sharif. Foto: PIZ Mazar-e-Sharif

Die Streitkräftebasis in ihren ersten Einsätzen

Von Anbeginn an gehörte die Unterstützung und Versorgung der Einsatzkontingente der Bundeswehr zum zentralen Auftrag der SKB, der sie insbesondere bei schnellen Anfangsoperationen vor große Herausforderungen stellte, etwa 2002 bei ISAF oder 2006 bei EUFOR RD Congo. Dabei fehlte es der SKB zunächst noch selbst an der erforderlichen Ausstattung, wie der erste Inspekteur ausführt:
„Ein besonderes Anliegen war mir der Schutz der eigenen Truppe. Es mangelte der SKB u.a. an geschützten Fahrzeugen. In Konkurrenz zu berechtigten Anliegen des Heeres gelang es dann aber doch, die notwendige Anfangsausstattung mit speziellen Fahrzeugen auch für die SKB und die Sanität schrittweise zu realisieren.“
Seit ihrer Gründung versorgt die SKB bis heute täglich und weltweit die Einsatzkontingente der Bundeswehr mit allem, was benötigt wird. Ein Einsatz der Bundeswehr ohne Beteiligung und Unterstützung der SKB ist seither nicht mehr möglich. Durchschnittlich 20 bis 25 Prozent der Einsatzkontingente werden durch Truppenteile der SKB gestellt.
Aber auch das Einsatzführungskommando und das Kommando Führung Operationen Spezialkräfte in Geltow bei Potsdam sowie das Kommando Operative Führung Eingreifkräfte (seit 2013 Multinationales Kommando Operative Führung) in Ulm gehörten in den ersten zehn Jahren zur SKB. Sie führten Truppenteile aller Teilstreitkräfte und militärischen Organisationsbereiche im Einsatz, die dann direkt dem Generalinspekteur der Bundeswehr unterstanden.
Vizeadmiral a.D. Bernd Heise erinnert sich:

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