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Die US Navy vergab Anfang Dezember 2019 den (am Auftragswert gemessen) größten Beschaffungsauftrag in der Geschichte der Teilstreitkraft. Der mit der Firma General Dynamics Electric Boat vereinbarte Vertrag umfasst die Beschaffung von neun Jagdunterseebooten der Virginia Klasse und beinhaltet die Option für die Beschaffung einer zehnten Einheit. Das erste im Rahmen des Vertrages bestellte U-Boot soll Ende 2024 ausgeliefert werden. Der Auftrag hat einen Wert von 22,2 Milliarden Dollar (24,1 Milliarden falls die Option für die zehnte Einheit gezogen wird).

Der Auftrag umfasst die fünfte Tranche (Block V) der Virginia Class Beschaffung und wird den Bestand letztendlich auf 37 oder 38 Einheiten ausbauen. Im Gegensatz zu den bereits in Dienst gestellten beziehungsweise derzeit im Bau befindlichen Einheiten werden die ersten acht Boote der fünften Tranche mit dem sogenannten VPM-Modul (Virginia Payload Module) ausgestattet. Jedes Boot wird mittschiffs um 26 Meter gestreckt, um vier dieser Nutzlastbehälter (Kapazität: jeweils sieben Tomahawk Marschflugkörper) einzufügen. Hierdurch wird die Nutzlastkapazität pro U-Boot von 12 auf 40 Marschflugkörper erhöht. In Zukunft sollen auch neu zu entwickelnde Hyperschallraketen sowie unbemannte Unterwasserfahrzeuge in den Modulen geführt werden.

Eine neue Rumpfverkleidung sowie bessere Schallisolierung der Schiffsmaschinen sollen ferner eine Reduzierung der akustischen Signatur der neuen U-Boote bewirken. Gleichzeitig wird ein neues Passivsonarsystem am Bug installiert, um die Ortung gegnerischer Kräfte zu fördern.

Größter Beschaffungsauftrag der US Navy
Größter Beschaffungsauftrag der US Navy

Die Steigerung der Stealth-Eigenschaften und die beinahe Verdreifachung des Nutzlastpotentials soll es den Block V-Einheiten ermöglichen, innerhalb der maritimen Sperrzone eines Gegners zu operieren. Von hier aus könnten die U-Boote gezielt feindliche Führungssysteme, Flugabwehr- und Seezielflugkörperstellungen bekämpfen, während Flugzeugträger und andere Überwasserverbände vorerst außerhalb der gegnerischen Reichweite verbleiben. Diese taktische Option wäre vor allem im Falle eines Krieges gegen einen hochgerüsteten Gegner wie Russland oder China von Bedeutung.

 Sidney E. Dean