Airbus hat einer Unternehmensmitteilung zufolge am 26. Juni 2026 eine Absichtserklärung (MoU) mit dem japanischen Konzern Kawasaki Heavy Industries unterzeichnet, um gemeinsam die Möglichkeiten für eine japanische Version des unbemannten Luftfahrtsystems U950 Eurodrone zur U-Boot-Jagd (Anti-Submarine Warfare) zu prüfen.

Japan nimmt bereits seit 2023 im Beobachterstatus am europäischen Vier-Nationen-Programm teil. Das Programm wird von Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien getragen und durch die Rüstungsagentur OCCAR gesteuert. Auch Indien hält einen Beobachterstatus.

Airbus und die japanische Kawasaki wollen prüfen, ob und wie die Eurodrone zur U-Boot-Abwehr befähiget werden kann. Der Erstflug der Eurodrone ist für 2029 geplant.

Eurodrone ist prädestiniert für die Überwachung weitläufiger Seegebiete

Die Eurodrone, deren Erstflug für das Jahr 2029 geplant ist, zeichnet sich durch eine Flugdauer von bis zu 40 Stunden und eine Nutzlast von bis zu 2,3 Tonnen aus. Damit übertrifft sie ihre direkten Konkurrenten deutlich und ist prädestiniert für die Überwachung weitläufiger Seegebiete. Für Japan bietet die Plattform die Option, seine bemannte U-Boot-Jagd-Flotte hocheffizient und souverän durch ein unbemanntes System zu ergänzen, das mit Sonarbojen und Torpedos ausgerüstet werden kann.

Vertiefung europäisch-japanischer Verteidigungsinitiativen

Im nächsten Schritt erarbeiten Airbus und Kawasaki konkrete Design-, Entwicklungs- und Vermarktungsoptionen. Dazu zählen die Integration japanischer Sensoren und Effektoren sowie die Definition industrieller Arbeitsanteile für die Produktion und Wartung in Japan, um eine uneingeschränkte, souveräne Nutzung zu garantieren.

Die Kooperation stärkt das Eurodrone-Programm, vertieft die europäisch-japanischen Verteidigungsinitiativen und liefert wertvolle Erkenntnisse für künftige europäische Marinevarianten.

Gerhard Heiming