Airbus Defence and Space und das ukrainische Technologieunternehmen Skyfall haben heute auf der ILA in Berlin im Beisein von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius eine strategische Absichtserklärung (Letter of Intent) zur Stärkung der Luftverteidigung unterzeichnet. Unterzeichner sind Michael Schöllhorn (CEO Airbus Defence and Space) und Mykola Makovieiev für Skyfall. Ziel der Partnerschaft ist die engere Verzahnung ukrainischer Drohnenabwehrtechnologie mit europäischen Führungs- und Einsatzsystemen. Ziel der Vereinbarung ist die vertiefte Zusammenarbeit im Bereich moderner Luftverteidigung und insbesondere die Stärkung des Schutzes des Luftraums in Europa und der Ukraine.

Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Integration von Skyfalls Abfangdrohnen in bestehende Führungs- und Einsatzsysteme von Airbus. Konkret ist vorgesehen, den Drohneninterzeptor „P1-Sun“ in das Airbus-eigene Command-and-Control-System (C2) einzubinden und damit in einen durchgängigen sensor-to-shooter-Ansatz zu integrieren. Damit soll eine engere Verzahnung von Aufklärung, Lageführung und Wirkmitteln erreicht werden.

Michael Schöllhorn, Airbus Defence and Space und Mykola Makovieiev für Skyfall, (Bild: Stefan Bitterle)

Skyfall ist ein ukrainisches Verteidigungs-Technologieunternehmen, das nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Frühjahr 2022 entstanden ist und sich auf die Entwicklung und Produktion unbemannter Systeme spezialisiert hat. Das Unternehmen gehört zu einem schnell wachsenden Ökosystem ukrainischer Anbieter, das insbesondere im Bereich kosteneffizienter Drohnen- und Abfanglösungen auf operative Erfahrungen aus dem Krieg zurückgreift.

Zu den zentralen Produkten zählt die Abfangdrohne „P1-Sun“, ein speziell zur Bekämpfung von Drohnen und loitering munitions entwickeltes unbemanntes System. Diese Klasse von Abfangdrohnen gewinnt angesichts großvolumiger Drohnenangriffe zunehmend an Bedeutung, da sie eine vergleichsweise kostengünstige Ergänzung zu klassischen, raketenbasierten Luftverteidigungssystemen darstellt.

Die jetzt vereinbarte Zusammenarbeit beinhaltet die Integration der „P1-Sun“ in das C2-Systemm von Airbus und unterstreicht einen übergeordneten Trend: Moderne Luftverteidigung wird zunehmend als integriertes System verstanden, in dem digitale Führungsfähigkeit, vernetzte Sensorik und skalierbare Effektoren – einschließlich unbemannter Interzeptoren – zusammenwirken. Die Einbindung ukrainischer, kampferprobter Technologien in europäische Systeme kann dabei einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung eines mehrschichtigen Luftverteidigungsansatzes leisten.

Stefan Bitterle