KNDS Deutschland und Tytan haben am 6. Februar in einem Memorandum of Understanding (MoU) die Erweiterung ihre bestehende Zusammenarbeit im Bereich der Drohnenabwehr für militärische Landsysteme und Einsatzlösungen vereinbart. Balázs Nagy, CEO und Co-founder von Tytan, und Mathias Nöhl, Executive Vice President für Digitalisierung bei KNDS unterzeichneten das MoU in Anwesenheit der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche.

Interceptor-S im Boxer

Die Unternehmen haben KNDS zufolge bereits das kinetische Abfangsystem Interceptor-S von Tytan in den Boxer RCT30 integriert und das System im Herbst 2025 im Rahmen der Experimentalserie Land der Bundeswehr in Munster/Bergen präsentiert. Jetzt soll diese Lösung in gemeinsamer Entwicklung weiterentwickelt werden, um die Landsysteme von KNDS und ihre Besatzungen mithilfe der Drohnenabwehrtechnologie von Tytan vor unbemannten Luftfahrzeugen zu schützen.

Zudem soll in der Kooperation gemeinsam der neuen europäische Standard für mobile Startsysteme für unbemannte Luftfahrtsysteme entwickelt werden. Auch die Weiterentwicklung von Drohnenabwehrtechnologien in den Bereichen Basisschutz und Luftverteidigung an der Front steht auf dem Programm.

KNDS und Tytan Technologies wollen bestehende Drohnenabwehrlösungen zum Schutz von Besatzungen und Plattformen weiterentwickeln. (Foto Tytan Technologies)

Erfolgreiche Zusammenarbeit

KNDS und Tytan arbeiten seit 2025 erfolgreich zusammen. Die internationale Präsenz von KNDS und die im Gefecht bewährten Landsysteme bilden eine perfekte Kombination mit den spezialisierten C-UAS-Systemen (Counter-Unmanned Aircraft Systems) und den wachsenden Drohnen-auf-Drohnen-Luftverteidigungsschichten von Tytan, schreibt KNDS.

„Zwei Unternehmen mit nachweislicher Erfahrung in der Entwicklung kampferprobter Systeme bündeln ihre Kräfte, um den Standard für Drohnenabwehrsysteme zu setzen. Wir sind überzeugt von der Synergie der Innovation im großen Maßstab in einer Partnerschaft mit einem starken Industriepartner“, sagte Balázs Nagy:

„Wir, als führender europäischer Anbieter von Landsystemen, sind überzeugt, dass agile und innovative Unternehmen wie Tytan und KNDS, ideal zusammenpassen, um die Integration neuer innovativer Lösungen voranzutreiben, um den Soldaten die besten Systeme anbieten zu können“, ergänzte Matthias Nöhl.

Katherina Reiche sieht Drohnen als Enabler. „Als Dual-Use-Systeme schützen sie kritische Infrastruktur und tragen zugleich zur Abwehr feindlicher Luftbedrohungen in der Ukraine bei. Diese Technologie entsteht nicht nur am Schreibtisch. Ihre Entwicklung wird durch reale Einsätze geprägt, durch Erfahrungen aus dem Feld beispielsweise in der Ukraine und durch die Bereitschaft, Verantwortung und Risiko zu übernehmen. Nur so entsteht echte Fähigkeit“, so Reiche weiter.

Gerhard Heiming