Der italienische Hersteller Fabarm S.p.A. aus Brescia – den deutsche Behördenvertrieb besorgt die Firma Waimex Jagd- und Sportwaffen GmbH aus Fürth – hat mit der STF/12 Compact XL Range 22“ eine explizit für die Drohnenabwehr konfigurierte Variante der bewährten Vorderschaftrepetierflinte STF/12 vorgestellt. Die STF/12 dient in der Bundeswehr als Mehrzweckflinte 5 (MZF 5).

Die Waffe im Kaliber 12/76 wartet mit dem Tribore HP 22″XL-Lauf mit 56 cm Länge als Kernstück auf. Der Lauf unterteilt sich in drei Abschnitte, wobei sich der Laufinnendurchmesser im dritten Segment gemäß des Venturi-Prinzips zur Mündung hin leicht von 18,7 mm auf 18,4 mm verjüngt. Dies sorgt für einen Beschleunigungseffekt der Schrotkörner, so dass sich höhere Reichweiten und höhere Wirkung im Ziel erreichen lassen. Zudem reduziert sich der Rückstoß und die Präzision verbessert sich. Ein 108mm langer Extended XL Range-Choke verbessert die Wirkung zusätzlich.

Die Fabarm Drohnenabwehrflinte im Einsatz (Foto: Fabarm)

Die Magazinkapazität liegt bei sieben + eine Patronen mit der längsten Hülsenlänge (12-3″) oder acht + eine 12-2 3/4″ lange Patronen. Die STF/12 Compact XL Range 22″ kann eine Vielzahl von Munitionssorten nutzen. Sie verfügt zudem über einen Stahlschrotbeschuss und kann auch die Wolframcarbid-Körner der Anti-Drohnenmunition von Norma verdauen.

Ein Gehäuse aus der Aluminiumlegierung Ergal 55, eine Cerakote-Beschichtung gemäß Mil-Spec, ein Hitzeschutzblech und ein Pistolengriff mit Klappschaft gehören zu den weiteren Ausstattungsdetails. Dank des Klappschaftes lässt sich die Waffenlänge von maximal 102,95 auf 80,95 cm reduzieren. Leer wiegt die Waffe 3760 Gramm.

Als Visierung nutzt die Fabarm STF/12 Compact XL Range 22″ das hauseigene Quick Target Acquisition (QTA)-Sight. Eine 124 mm lange Rampe führt das Auge des Schützen zum Ziel, wobei er eine komfortable aufrechte Kopfposition einnehmen kann und die Flugbahn und Geschwindigkeit des Zieles verfolgen kann. Für das einstellbare Korn sind verschiedene Ausführungen und Fiberoptik-Einlagen verfügbar.

Die Fabarm Drohnenabwehrflinte (Foto: Fabarm)

Waimex und Fabarm haben bereits verschiedene Behördenseminare mit der Waffe durchgeführt. Nach Firmenangaben wurde dabei eine effektive Reichweite von 100 Metern erreicht. So wurden Tontauben mit 2,4mm Trap-Munition auf Entfernungen zwischen 80m und 100m sicher getroffen. Gleiches galt für etwa 40x60cm große Drohnen-Zielscheiben, welche mit normaler Jagdmunition beschossen wurden. Auf die genannten Entfernungen konnten mit Bleischrot Löcher in Kunststoffeimer geschossen werden, was die Wirkung gegen Drohnenkörper simulierte.

Flinten gehörten zu den ersten taktisch-technischen Ansätzen für die Drohnenabwehr durch Einzelschützen. Aus gutem Grund: Schrotflinten dienen bei Jagd und Sport schon immer dazu, fliegende und sich schnell bewegende Ziele zu treffen. Weitere Vorteile: Schrot zeigt sich im Vergleich zu anderen Wirkmitteln als relativ preiswert. Auch eine Hintergrundgefährdung fällt nicht so dramatisch wie bei anderen Wirkmitteln aus. So verlieren die Schrotkörner schnell an Energie. Das macht die Flinte auch für das urbane Umfeld interessant.

Jan-Phillipp Weisswange