Wie das russische Verteidigungsministerium am 1. November mitgeteilt hat, ist das neue strategische U-Boot, der „Chabarowsk“ (Projekt 09851), im Werk des Produktionsverbands Sewmasch in Sewerodwinsk vom Stapellauf des gelaufen. Nach dem Einzelbau der „Belgorod“ markiert dies den Übergang zu einer serienfähigen Trägerplattform für das Poseidon-System. Das atomgetriebene U-Boot wurde speziell für den Einsatz des autonomen Nukleartorpedos „Poseidon“ entwickelt und gilt als erstes Serienfahrzeug dieser Klasse.

Die Zeremonie auf der Werft Sewmash wurde vom russischen Verteidigungsminister Andrej Beloussow geleitet. Anwesend war auch der neue Oberbefehlshaber der russischen Marine, Admiral Alexandr Moissejew. Beloussow würdigte die Arbeit der Konstrukteure und betonte, das U-Boot werde künftig die maritime Sicherheit Russlands in strategischen Regionen stärken. Moissejew hob hervor, dass das Boot für den Einsatz unter arktischen Bedingungen ausgelegt sei.

Die „Chabarowsk“ ist nach der „Belgorod“ (Projekt 09852), die 2022 in Dienst gestellt wurde, das zweite U-Boot, das diesen neuen Waffentyp einsetzen kann. Die „Chabarowsk“, deren Baubeginn auf das Jahr 2014 zurückgeht, wurde für die Poseidon-Rolle ausgelegt und auf Basis des Borei-Rumpfes konzipiert, jedoch ohne die Silos für ballistische Raketen. Der Bau des Schwesterschiffs „Uljanowsk“ (Projekt 09853) wurde 2017 aufgenommen. Ihre Verdrängung liegt Schätzungen zufolge bei rund 10.000 Tonnen (aufgetaucht), die Länge bei 113-120 Metern. Die Besatzungsstärke wird auf 100 Mann geschätzt. Als Bewaffnung sind offiziell sechs Poseidon bestätigt, ob sie mehr Ladestationen besitzt (etwa zwei Magazine à sechs) ist zurzeit Spekulation.
Die Startarchitektur der Poseidon-Drohnen ähnelt der der „Belgorod“ und umfasst groß dimensionierte Bug-Startrohre mit speziellen Ladesystemen, die das Ausstoßen der nuklear angetriebenen Torpedos aus dem U-Boot ermöglichen. Zur Selbstverteidigung verfügt das Boot über konventionelle Torpedos.

Bemerkenswert ist die Geheimhaltung, die das Projekt 09852 über Jahre begleitete. Indiz dafür war die vom russischen Verteidigungsminister während der Festrede benutzte Klassifizierung des U-Bootes als „schwerer atomgetriebener Raketenkreuzer“.
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