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Am 20. Juli wurden sechs Schiffe für die russische Marine auf Kiel gelegt. Es war das zweite Mal einer gleichzeitigen Kiellegung von mehreren Schiffen unterschiedlicher Typen auf verschiedenen Werften. Zu Beginn dieses Jahres, am 23. April, wurde der Bau von zwei großen Landungsschiffen (Projekt 11711) auf der Yantar-Werft in Kaliningrad und von zwei Fregatten (Projekt 22350) auf der Sewernaja-Werft in St. Petersburg zeitgleich gestartet.

Bis 2027 soll der Anteil moderner Schiffe in der russischen Marine 70 Prozent übersteigen, betonte der russische Präsident Wladimir Putin bei der Zeremonie zur Kiellegung von zwei Mehrzweck-Landungsschiffen (UDK) (Projekt 23900) in der Zaliv-Werft in Kertsch (Krim). Gleichzeitig erinnerte der Präsident daran, dass in den letzten acht Jahren mehr als 200 Schiffe, Boote und Wasserfahrzeuge verschiedener Klassen zur Flotte hinzugekommen seien.

Wie auf der Topwar-Website angegeben, sind die neuen UDK 204 Meter lang und 38 Meter breit. Das Schiff weist eine große Gesamtverdrängung auf, die auf etwa 25.000 Tonnen geschätzt wird. Es wird berichtet, dass die UDK in der Lage sein werden, bis zu 1.000 Soldaten gemeinsam mit bis zu 75 Einheiten verschiedener militärischer Ausrüstung sowie sechs Landungsboote an Bord zu nehmen.  Die neu aufgelegten Landungsschiffe, „Iwan Rogow“ und „Mitrofan Moskalenko“, sollen bis Ende 2027 der russischen Marine zulaufen.

In Sewerodwinsk wurden zwei neue Atom-U-Boote des modernisierten Projekts 885M Yasen-M auf Kiel gelegt; sie werden die Namen „Woronesch“ und „Wladiwostok“ tragen. Die U-Boote sollen Hyperschallwaffen erhalten. Dies kündigte der Generaldirektor des Sevmasch-Unternehmens Michail Budnichenko, der von der Nachrichtenagentur TASS zitiert wird, während der Kiellegungszeremonie an. Der Vertrag über den Bau der Mehrzweck-Nuklear-U-Boote (Projekt 885M Yasen-M) wurde im vergangenen Sommer während des internationalen militärisch-technischen Forums ARMY-2019 unterzeichnet. Das führende nuklearbetriebene U-Boot des Basisprojekts 885 „Sewerodwinsk“ wurde 2014 in die Nordflotte aufgenommen. Das führende U-Boot des modernisierten Projekts 885M „Kazan“ soll 2020 an die Marine übergeben werden. Die U-Boote des Projekts 885M Yasen-M tragen die Marschflugkörper Oniks und/oder Kalibr.

Neue Kriegsschiffe für die russische Marine

Die Fregatten „Admiral Jumaschew“ und „Admiral Spiridonow“ (Projekt 22350) wurden auf der Sewernaja-Werft in St. Petersburg auf Kiel gelegt, berichtet die RIA Novosti. „Diese Schiffe sind mit einer erhöhten Munitionsladung von U-Boot-Waffen (Anmerkung der Redaktion: zurzeit noch offen, ob damit eine größere Chargierung gemeint ist oder wirksamere Gefechtsköpfe) und Raketen zur U-Boot-Bekämpfung, auch hyperschallschnelle, ausgestattet“, sagte der Industrie- und Handelsminister Denis Manturov bei dieser Zeremonie. Zur Bewaffnung der Fregatte gehören die Schiff-Schiff-Flugkörper Kalibr oder Oniks, das Flugabwehrraketensystem (SAM) Polyment-Redut, der U-Jagd-Torpedo Paket-NK, als Artilleriebewaffnung A-192M im Kaliber 130 mm (Schussweite bis zu 22 km, Feuergeschwindigkeit – 30 Schuss/min). Das Schiff kann Hubschrauber des Typs Ka-27 aufnehmen.

Die Fregatten werden das siebte und achte Schiff des Projekts 22350 sein, das von der Sewernaja-Werft für die russische Marine gebaut wird. Das Abnahmeprotokoll des Typschiffes des Projekts 22350 „Admiral Kasatonow“ wurde am 15. Juli 2020 unterzeichnet. Am 21. Juli erfolgte die Indienststellung. Baunummer 2, „Admiral Golowko“, die im Mai dieses Jahres vom Stapel lief, ist für die Nordflotte vorgesehen. Außerdem baut die Sewernaja-Werft die Fregatten „Admiral Isakow“, „Admiral Amelko“ und „Admiral Tschitschagow“. Die beiden letzteren basieren auf einem modernisierten Entwurf.

Sergey Kirshin