Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat mit seiner Zustimmung am 8. Oktober den Weg für die Entwicklung und die Beschaffung des zukünftigen Schwimmbrückensystem freigemacht. Die Schwimmschnellbrücke 2 (SSB 2) wird von General Dynamics European Land Systems – Bridge Systems (GDELS-BS) unter der Bezeichnung M3 EVO entwickelt. Bis 2036 sind 66 Geräte vorgesehen. Der Finanzbedarf beträgt 487,88 Millionen Euro..

Deutschland und Großbritannien betreiben im deutsch-britischen Pionierbrückenbataillon 130 in Minden 30 deutsche und zehn britische M3-Amphibien. Das Lebensdauerende des Brückensystems wird 2035 erreicht. Seit 2022 suchen die beiden Nationen im Wide Wet Gap Crossing (WWGC) Programm nach einer Lösung für das zukünftige Schwimmbrückensystem und haben die OCCAR mit der Durchführung beauftragt.

Vorgaben für die Entwicklung der M3 EVO

Zentrale Anforderung ist es, mit selbstfahrenden Amphibienfahrzeugen schwimmende Brücken über Gewässer zu errichten und das Überqueren schwerster Lasten zu ermöglichen, einschließlich aller NATO-Fahrzeuge und der schwersten Kampfpanzer. Der Bedarf wurde mit mehr als 1.000 Metern Brückenkapazität in den militärischen Lastenklassen MLC 85 (T) für Kettenfahrzeuge und 130 (W) für Radfahrzeuge angegeben. Das WWGC-Programm ist offen für weitere Nationen, insbesondere für die derzeitigen Nutzer der Amphibie M3: Taiwan, Singapur, Indonesien, Lettland, Südkorea, Schweden und die Ukraine.

Bisher sind im binationalen Bataillon Schwimmschnellbrücken Amphibien M3 und Faltschwimmbrücken im Einsatz, die aber hinsichtlich Lastkapazitäten und überbrückbaren Weiten nicht mehr ausreichen. Vor Ende der Lebensdauer (2035) muss also ein neues System mit hoher taktischer Beweglichkeit zur Verfügung stehen, das Überfahrmöglichkeiten für Gewässer von mehr als 40 Meter Breite in Form einer Brücke oder Fähre sicherstellen kann. Bei Wassergeschwindigkeiten bis 2,5 m/s soll eine 150 Meter lange Brücke in weniger als 30 Minuten errichtet werden. Abmessungen und Gewichte müssen den strategischer Transport per Bahn, Lkw sowie Binnen- und Seeschiffe zulassen.

Für die M3 EVO wird gefordert, dass sie mit den eingeführten deutschen und britischen Brückengeräten sowie mit allen M3-Versionen der NATO-Partner und Verbündeter interoperabel ist. So sollen die neuen und alten Systeme zu „gemischten“ Fähren und Brücken gekoppelt werden können.

Entwicklung auf Basis der schwedischen M3

Ausgangspunkt der Entwicklung ist der Konstruktionsstand der Amphibie M3, die derzeit an Schweden ausgeliefert wird. Schweden hat seit 2022 mehr als 25 M3 bestellt, mit denen eine Brückenlänge von 400 Metern aufgebaut werden kann.

Demgegenüber soll die M3 EVO leichter werden, um die taktische Mobilität zu verbessern. Die Amphibie und die Krananlage sollen fernsteuerbar sein. Neben elektromagnetischer Härtung und Anpassung an die Straßenverkehrsordnung wird für den deutschen Anteil die Integration der D-LBO-konformen Kommunikationsausstattung gefordert.

Zulauf der Serienfahrzeuge M3 EVO ab 2029

Nach dem Critical Design Review, das für März 2027 geplant ist, werden die drei Nachweismuster für Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2029 erwartet. Der Beginn der Serienauslieferung soll für Mitte 2031 vereinbart werden. Mit einer Jahresproduktionsrate von mehr als zehn Systemen sollen die letzten zwei M3 EVO 2036 die Truppe erreichen.

Die Unterzeichnung des Vertrags zwischen der OCCAR und GDELS-BS wird in den nächsten Wochen erwartet.

Gerhard Heiming