Während seines Besuchs beim israelischen Hersteller des Raketenabwehrsystems Arrow, Israel Aerospace Industries (IAI), hat der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, am 4. Mai erste Komponenten des Systems formal übernommen. Wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilte, handelt es sich dabei u.a. um das zentrale Kommunikationselement.

Vertrag und Lieferanten
Die Bundeswehr hat Arrow am 23. November 2023 für rund drei Milliarden Euro mit einer Regierungsvereinbarung bestellt (ESuT berichtete). Neben dem Hauptauftragnehmer IAI sind aus der israelischen Industrie u.a. Elbit Systems (für die Entwicklung des Kommando- und Feuerleitsystems) sowie Tomer und Rafael Advanced Systems beteiligt.
MBDA Deutschland ist Hauptauftragnehmer von IAI in Deutschland (ESuT berichtete) und unterstützt alle notwendigen Maßnahmen zur Anpassung, Integration und Wartung des Systems in Deutschland. Zudem soll MBDA die Aktivitäten der deutschen Industrie koordinieren, die zur Unterstützung des Programms erforderlich sind. MBDA soll somit zukünftig sowohl die Bundeswehr als auch IAI dabei unterstützen, die Einsatzfähigkeit von Arrow 3 sicherzustellen und zu erweitern, so die Planungen der Unternehmen.

Systembeschreibung
Das Raketenabwehrsystem Arrow besteht aus einem Führungsgefechtsstand (Fire Control Center, FCC), zu dem das übernommene Kommunikationselement gehört, Radargeräten mit dem Feuerleitradar Green Pine, Startgeräten mit Launcher Control Center und den Effektoren des Typs Arrow 3.
Laut Vertrag soll die erste von drei bestellten Feuereinheiten bis Ende 2025 geliefert werden. Unmittelbar anschließend will die Luftwaffe eine erste Einsatzbereitschaft mit dem System herstellen.
Effektoren
Der Effektor Arrow 3 kann Mittel- und Langstreckenraketen noch im Weltraum neutralisieren. Die Reichweite wird auf 2.000 km geschätzt. Die Abfanghöhe soll über 100 km liegen und reicht damit in den erdnahen, exosphärischen Orbit (Low Earth Orbit, LEO). Die Rakete wirkt im „Hit-to-Kill“-Prinzip durch direkten kinetischen Einschlag in das feindliche Objekt.
Die Luftwaffe hat darüber hinaus Bedarf für den Effektor Arrow 4 angemeldet, der zurzeit in Israel entwickelt wird. Das wurde 7. Mai auf dem Ground Based Air Defence Summit der CPM GmbH bekannt. Arrow 4 kann die endosphärische Schicht zwischen Patriot und Arrow 3 abdecken. Die Reichweite soll mit 1.000 bis 1.500 Kilometern etwas geringer sein als Arrow 3. Die Abfanghöhe wird bei 30 bis 100 km gesehen. Als Wirkprinzip kommen je nach Bedarf „Hit-to-Kill“ oder ein Sprengkopf zum Einsatz. Arrow 4 kann mit dem bekannten Arrow-System verschossen werden.
Gerhard Heiming











