Um den wachsenden Bedarf an Spexer-Radaren schneller decken zu können, hat der Sensor-Lösungsanbieter Hensoldt seine Produktionskapazitäten mit einer neuen Radar-Messkammer ausgebaut. Wie das Unternehmen am 13. März mitgeteilt hat, wurde die Messkammer kürzlich in Betrieb genommen. Das Investitionsvolumen betrage mehr als eine Million Euro.
Nach Angabe von Hensoldt gehört die Vermessung von AESA (Active Electronically Scanning Array)-Antennen zu einer der anspruchsvollsten Hochfrequenz-Messmethoden für Radarsysteme. Der Vorteil der neuen Messkammer liege in der vollautomatischen Datenerfassung und -analyse für Fernfeld- und Nahfeld-Antennenmessungen. Darüber hinaus reduziere sich die Durchlaufzeit zur Vermessung einer Antenne, wodurch der Prozess noch effizienter werde.

Erfahrungen aus aktuellen Konflikten, insbesondere in der Ukraine, verdeutlichen die entscheidende Rolle der Luftverteidigung. Der verstärkte Einsatz langsam fliegender Drohnen hat zudem eine Bedrohung neuer Dimension geschaffen – sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht. Die Spexer-Radarfamilie bietet Hensoldt zufolge Hochleistungsüberwachungsradare für verschiedene Reichweiten zur automatischen Erkennung und Klassifizierung von Boden-, See- und niedrig fliegenden Luftzielen.
In neuen Luftverteidigungssystemen, die derzeit in Beschaffung und Entwicklung sind, wie dem Flugabwehrkanonenpanzer (FlakPz) Skyranger 30 von Rheinmetall Air Defence, den deutschen Programmen Drohnenabwehr (cUAS) für Feldlager ASUL (Abwehrsystem gegen unbemannte Luftfahrzeuge), qualifizierte Fliegerabwehr, HoWiSM (Hochenergielaser zur Drohnenabwehr) und dem Nah- und Nächstbereichsschutz (NNbS) ist das Spexer 2000 Teil des Systems. Die Verfügbarkeit des Radargeräts ist mitbestimmend für Lieferfähigkeit des jeweiligen Gesamtsystems.
„Angesichts der geopolitischen Entwicklungen ist die Dringlichkeit, Produkte und Lösungen schnell und in großem Umfang zu liefern, deutlich spürbar“, sagt HENSOLDT-Produktionsleiter Gregor Schwab. „Durch den Ausbau unserer Kapazitäten und die Umstellung auf eine Serienfertigung werden wir in den kommenden drei Jahren die Produktion unserer SPEXER-Radare mehr als verdreifachen.“
Redaktion / gwh















