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Russlands Uralvagonzavod –  eine Tochtergesellschaft des staatlichen Unternehmens Rostec – hat seine STANAG-konforme selbstfahrende Artillerie-Haubitze 2S19M1-155 Msta-S 155 mm (SPH) modernisiert und bietet sie jetzt internationalen Kunden an.

Russisches 155-mm-Artilleriesystem Msta-S SPHWZ
Foto: Rostec

Im März wurde das verbesserte Geschütz einer Reihe von Kunden aus dem Mittleren Osten gezeigt. Dies beinhaltete eine Schießkampagne auf einem russischen Testgelände im Ural. Russland soll rund 520 Geschütze der 2S19 in Nutzung haben, mit weiteren 150 in den Depots. Viele ehemalige sowjetische Republiken sind ebenfalls Nutzer dieses Artilleriesystems; zu den internationalen Kunden zählen Venezuela, Marokko und Äthiopien. Auch in Syrien wird das System durch russische Streitkräfte eingesetzt. Im Netz wurden mehrere Videos veröffentlicht, die den Einsatz der Haubitze in Syrien zeigen sollen, unter anderem wie Ziele mittels gelenkter Munition bekämpft werden.

Im Zuge der Präsentation bekräftigte Alexander Mikheev, Generaldirektor von Rosoboronexport: „In Bezug auf die Kosteneffizienz übertrifft die neue Haubitze ihre Konkurrenten auf dem Weltmarkt deutlich!“ Ein Vorteil, gerade bei preissensiblen Kunden in Afrika, Lateinamerika und im asiatisch-pazifischen Raum.

 

Modernisierung der 2S19 Msta-S-155

Russisches 155-mm-Artilleriesystem Msta-S SPHWZ

Die modernisierte 2S19 Msta-S-155 verfügt über ein vollautomatisches Feuerleitsystem, welches auch in der Lage ist, Zieldaten der taktischen Drohne Orlan-10 zu empfangen. Um die Mobilität zu erhöhen, wurde die Motorleistung von 840 PS auf 1.000 PS erhöht. Dank dieser und anderer Anpassungen am Fahrwerk soll das Artilleriegeschütz in die Lage versetzt werden, Kampfpanzern folgen zu können.

Weitere Verbesserungen sind ein Satellitennavigationssystem, ein verbesserter ballistischer Rechner, ein vollautomatisches Ladesystem, eine modernisierte Kommunikationsausrüstung sowie eine Wärmebildkamera, die mit einem Laser-Entfernungsmesser gekoppelt ist. Die SPH wiegt 43 Tonnen und ihre 155-mm-L/52-Kanone ermöglicht eine Schussrate von bis zu 8 Schuss pro Minute. Die maximale Schussreichweite beträgt mehr als 40 km. Sie kann sowohl STANAG-konforme Munition aus westlicher Produktion als auch in Russland hergestellte 155-mm-Munition verschießen, einschließlich des gelenkten Artilleriegeschosses Krasnopol-M2 155 mm. Auch sollen reichweitengesteigerte Bofors- und Extended-Range-Full-Bore(ERFB)-Munition verschossen werden können. Laut Hersteller soll mit der modernisierten 2S19M1-155 neben traditionellen Artilleriezielen (gegnerischer Artillerie, Mörsern, Kampfpanzern, Gefechtsständen) auch kostengünstig Ziele auf See bekämpft werden können. 30 Sekunden nach Beziehen einer Stellung soll das Geschütz den Feuerkampf aufnehmen können.

André Forkert