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Die teilstreitkraftgemeinsame Forschungsbehörde des Pentagons, DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency), will bis zum Spätsommer ein Mittel zur Stärkung der Immunabwehr gegen die grassierende Viruserkrankung COVID-19 entwickeln.

Programmleiterin Dr. Amy Jenkins betont, dass es sich hierbei nicht um einen Impfstoff handelt. Dessen Entwicklung dauert in der Regel Jahre. Stattdessen versucht Jenkins und ihr Team, im Blut bereits genesener Coronavirus-Patienten die monoklonalen Antikörper zu
isolieren, die der Körper gegen diesen Erreger bildet. Durch den Einsatz neuer Verfahren und neuer Technologie ist das DARPA-Labor in der Lage, die Gensequenzierung zur Identifizierung der Antikörper innerhalb einiger Wochen durchzuführen, erklärt Dr. Jenkins – wesentlich schneller als bisher.

Das SARS-CoV-2 Virus ist für die
laufende COVID-19 Epidemie verantwortlich. (Foto: US CDC)

Der nächste Schritt wäre die Massenherstellung der isolierten Antikörper. Dies erfolgt üblicherweise in Bioreaktoren. Die Verabreichung der so hergestellten Antikörper soll eine mehrere Monate anhaltende Resistenz gegen das Virus bewirken. Die Therapie gilt als Übergangsstufe bis zur Entwicklung eines regulären Impfstoffes. Als erstes sollen medizinisches Personal sowie bereits infizierte Patienten die Antikörper-Kur erhalten. Das vorgegebene Ziel, die einsatzfertige Therapie bis zum Spätsommer vorzulegen, setzt allerdings voraus, dass alles „perfekt“ verläuft, warnt die Projektleiterin. Allerdings arbeitet das Labor bislang lediglich mit den Immunzellen eines einzigen genesen Patienten, anstatt wie üblich mit Proben von fünf oder zehn Patienten. „Falls dieser eine Patient ein wirklich robustes Immunsystem hat, ist alles gut“, sagt Jenkins. „Falls nicht, (…) könnte es schwierig sein, Antikörper zu entdecken. Erste Erkenntnisse weisen auf eine Antikörperpräsenz hin. Wir sind zurückhaltend optimistisch.“

Sidney E. Dean

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