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Mit der Abschlusslieferung am 26. April 2019 hat das norwegische Heer seit 2015 insgesamt 144 gepanzerte CV90 Kettenfahrzeuge in fünf Varianten erhalten. Dafür wurden 103 CV90 aus dem Bestand des Heeres modernisiert und 41 Fahrzeuge vollständig neugebaut. Norwegen hatte die CV90 vor sechs Jahren bei BAE Systems bestellt. Der Vertragswert wurde mit ungerechnet einer Milliarde Euro angegeben. Modernisiert und gebaut wurden die Panzer von Hägglunds in Schweden.

Nach der Bewährung der CV9030 NF! In Afghanistan hat das norwegische Heer die umfassende Modernisierung der CV90-Flotte abgeschlossen. (Foto: Norwegisches Heer)

Bis November 2000 hatte Norwegen 104 CV9030 MkI überwiegend als Gruppenfahrzeuge erhalten und 17 davon zwischen 2003 und 2004 für den Einsatz in Afghanistan zur Version CV9030NF1 nachgerüstet.

Mit der 2012 eingeleiteten und jetzt abgeschlossenen Modernisierung haben die CV90 ein neues digitales Führungssystem (Battle Managementsystem, BMS) erhalten. Der Schutz vor Beschuss und Minen wurde mit AMAP-Modulen von IBD Deisenroth verbessert. Gummibandketten (Composite Rubber Track, CRT) von Soucy verringern das Geräusch- und Vibrationsniveau. Mit der Protector Waffenstation von Kongsberg für Maschinengewehr bzw. Granatwerfer erhalten alle Fahrzeuge eine gesteigerte Selbstverteidigungsfähigkeit. Die Fahrzeuge wurden mit einem auf 600 kW verstärkten Scania V8-Dieselmotor mit neuer Abgasanlage ausgerüstet, um trotz erhöhten Gewichts (Gefechtsgewicht um 30 Tonnen, je nach Variante) die Mobilität zu erhalten. Die Heckklappe ist jetzt hydraulisch absenkbar.

Die Varianten

Infanteriekampffahrzeug (Infanterie Fighting Vehicle, IFV) CV9030 NF1 (74 Stück)

In die Waffenanlage sind ein neues Maschinengewehr und ein Laserzielbeleuchter integriert worden. (Foto: BAE Systems /Hägglunds)

Der Turm ist mit einer 30 mm Bushmaster II Maschinenkanone ausgestattet und wurde mit einer neuen Wärmebildkamera, einem neuen koaxialen 7,62 mm-Maschinengewehr, einem Laserzielbeleuchter und einem neuen Feuerleitsystem aufgerüstet. Besatzung: Fahrer, Kommandant, Richtschütze und bis zu acht Infanteristen.

Führungsfahrzeug (Forward Control Vehicle) CV90 FCV (15 Stück)

Auf der Außenseite identisch mit dem Kampffahrzeug. Auf der Innenseite befinden sich drei Sitze mit Führungs- und Informationssystemen, die die Führung und Überwachung anderer Fahrzeuge ermöglichen, die auf einem dynamischen Gefechtsfeld manövrieren.

Aufklärungsfahrzeug (Forward Observer Vehicle) CV90 FOV (21 Stück)

Diese Variante verfügt ebenfalls über einen Turm, aber auch über einen sechs Meter hohen Sensormast, auf dessen Spitze sich das Beobachtungssystem Vingtaqs II von Rheinmetall befindet mit elektrooptischen Sensoren und einem Radar.

Mehrzweckfahrzeug (Multi Role Vehicle) CV90 MR (16 Stück)

Dieses Fahrzeug kann zum Transport von Munition, als Kampfwagen oder zum Transport von Personal oder Zubehör verwendet werden. Der Rumpf hat keinen Geschützturm, sondern ist nur mit einer Protector-Waffenstation ausgestattet.

Pionierfahrzeug (Combat Engineer Vehicle, Stormingeniørvogn) CV90 STING (16 Stück)

Mit diesem Fahrzeug erhalten die Pioniere des Heeres mehr Schutz für sichere Operationen in gefährdetem Gebiet. Neue Werkzeuge erweitern das Arbeitsspektrum bietet. Das Fahrzeug ist turmlos, hat aber einen Greifarm, um aus dem Fahrzeuginneren Minen und IED manipulieren zu können. arbeiten zu können. Zusätzlich können ein Minenpflug oder Werkzeuge zum Räumen von Minen oder improvisierten Ladungen angebracht werden. Diese Variante ist auch mit einer Protector-Waffenstation ausgestattet.

Die Pionierversion kann mit einem Minenräumgerät ausgerüstet werden. (Foto: BAE Systems /Hägglunds)

Trainingsfahrzeug /Training Vehicle) CV90 (2 Stück)

Diese Fahrzeuge werden zur Ausbildung von Besatzungen eingesetzt, die den CV90 im Kampf einsetzen werden. Die Fahrzeuge verfügen über modernste Technik an Bord, darunter eine 360-Grad-Kamera mit Wärmebildkanal, die der Crew einen kompletten Überblick gibt. Die Kameras haben auch eine thermische Kapazität.

Über der hydraulisch absenkbaren Heckklappe ist der Manipulatorarm zu erkennen. (Foto: BAE Systems /Hägglunds)

Aufklärungs-, Mehrzweck-, Pionier- und Trainingsvariante waren im norwegischen Heer bisher nicht vorhanden. Die Lieferung der Fahrzeuge wird ergänzt um die schon angesprochenen ferngesteuerten Waffenstationen, unbemannte Luft- und Landfahrzeuge, eine Ersatzteilausstattung, Funkgeräte und Ausbildungsmaterial.

Gerhard Heiming

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