Die 122-mm-Trainigsrakete von Diehl Defence und Elbit Systems ist mit dem neuen Raketenartillerie-Werfersystem EuroPULS kompatibel. Das ist das wichtigste Ergebnis des Live-Firings, das die Unternehmen auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow vor hochrangigen Vertretern der Bundeswehr und des BMVg durchgeführt haben.
Trainingsrakete für EuroPULS
Diehl Defence hat nach eigener Angabe zusammen mit dem israelischen Kooperationspartner Elbit Systems Land eine neue Lösung auf Basis bestehender Komponenten erarbeitet, welche sowohl die aktuellen Anforderungen erfüllt als auch in das Werfersystem MARS 3 integriert ist. Damit will das Unternehmen den gestiegenen Fähigkeitsanforderungen an Trainingsraketen und dem Bedarf nach einer marktverfügbaren Lösung gerecht werden.
Die Trainingsrakete entspricht im Handling und Flugverhalten der (scharfen) Rakete. Statt des Gefechtskopfes mit Wirkmunition hat Diehl eine Effektladung in dem „Deutladungsgefechtskopf“ implementiert. Die neuartige, von Diehl Defence entwickelte Effektladung macht den Raketeneinschlag im Zielgebiet mittels visueller und akustischer Eigenschaften (Knall, Blitz, Rauch) sichtbar, ohne eine Brandgefahr im Zielgebiet des Truppenübungsplatzes zu erzeugen.

für den Wiederaufbau der Artillerieraketen-Produktion
In einer Versuchsserie mit Kampagnen im vorigen und diesem Jahr und letztlich mit dem offiziellen Schießen konnte die aerodynamische Auslegung der Rakete durch die geringe Trefferablagen bestätigt werden.
Aus Sicht des Unternehmens ist das erfolgreiche Schießen in Altengrabow der Startschuss für den Wiederaufbau der Artillerieraketen-Produktion bei Diehl Defence.
„Der erfolgreiche Abschuss der 122-mm-Trainingsrakete, verschossen vom MARS 3 auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow, ist ein Meilenstein. Er bestätigt die volle Kompatibilität zwischen unseren Trainingsraketen und dem Werfersystem und eröffnet gleichzeitig neue Wege für die in Deutschland hergestellte Artillerietechnologie“, so Gunnar Pappert, Leiter Produktbereich Heeressysteme bei Diehl Defence.
Joint Venture
Erst vergangene Woche haben KNDS Deutschland und Elbit Systems die Gründung eines 50:50 Joint Ventures für die Herstellung und Vermarktung des Raketenartilleriesystems EuroPULS vereinbart. Hintergrund ist Anpassentwicklung des Waffensystems in einer Kooperation von Elbit Systems, KNDS Deutschland und Diehl Defence. Deutschland hat fünf EuroPULS-Launcher für die IOC (Initial Operating Capability) bestellt. Die Lieferung und Qualifizierung sind für 2027 geplant.
In der Bundeswehr soll euroPULS das in die Jahre gekommene Mittlere Artillerieraketensystem MARS 2 in möglicherweise dreistelligen Stückzahlen ersetzen.
Gerhard Heiming


















