US-israelische Militäroperation gegen Iran: Koordinierte Luftschläge und iranische Vergeltung im Golf
Jannis Düngemann
Die USA und Israel haben in einer kombinierten Operation weitreichende Luft- und Seeschläge gegen militärische sowie politische Führungszentren im Iran durchgeführt. Teheran reagiert mit unmittelbaren Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in mehreren Golfstaaten und kündigt eine unerbittliche Fortsetzung der Kampfhandlungen an.
Der sich seit Monaten anbahnende Konflikt im Nahen Osten ist am frühen Samstagmorgen eskaliert. In einer offenkundig monatelang abgestimmten und in Phasen unterteilten Operationsplanung haben die USA und Israel eine weitreichende Angriffswelle gegen die Islamische Republik Iran initiiert.

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte operierten israelische Kampfflugzeuge und unbemannte Luftfahrzeuge direkt im iranischen Luftraum. Parallel dazu brachten US-Streitkräfte abstandsfähige Waffen von See- und Luftplattformen aus zum Einsatz. Die phasenweise Ausführung war notwendig, um den gleichzeitigen Einsatz amerikanischer und israelischer Wirkmittel über dem Zielgebiet taktisch zu koordinieren.
Bemerkenswert ist die Durchführung der ersten Angriffe bei Tageslicht. Dies indiziert, dass die Angreifer im Vorfeld von einer massiven Degradierung der verbliebenen iranischen Flugabwehr ausgingen. Üblicherweise werden solche Operationen bei Nacht durchgeführt, um den technologischen Vorteil westlicher Sensorik und Nachtsichtfähigkeit voll auszuspielen.
Das Ausmaß der israelischen und amerikanischen Aggression, sowie die ersten Gegenschläge des Irans lassen auf eine weitreichendere Eskalation als im Juni 2025 schließen. Mit Explosionen in mehreren umliegenden Golfstaaten ist von einer mittelfristigen regionalen Destabilisierung ausgehen.
Elektronischer Kampf und militärisches Zielspektrum
Dem kinetischen Wirken gingen Operationen im Informationsraum und dem Elektromagnetischen Spektrum voraus. Übereinstimmenden Berichten zufolge wurde der Iran Ziel koordinierter Cyberangriffe, die zu großflächigen Internetausfällen führten und staatliche Plattformen sowie die den Revolutionsgarden (IRGC) nahestehende Nachrichtenagentur Fars trafen. Dies legt nahe, dass die integrierte Luftverteidigung sowie die Command-and-Control-Infrastruktur (C2) des Irans gezielt geblendet wurden, vermutlich zusätzlich durch EloKa Luftsysteme.
Die frisch in den Nahen Osten verlegten F-16CJ „Wild Weasel“ könnten dabei eine zentrale Rolle gespielt haben. Ausgestattet mit spezialisierten Sensoren und Antiradarraketen führen sie dedizierte SEAD/DEAD-Missionen (Suppression/Destruction of Enemy Air Defences) durch. Ihre primäre Aufgabe im aktuellen Szenario wäre die weitreichenden iranischen Boden-Luft-Raketensysteme (wie S-300 oder das heimische Bavar-373) durch elektronischen Kampf zu stören.

Die folgenden kinetischen Schläge der Angreifer konzentrierten sich auf militärische Hochwertziele (High-Value Targets). Hierzu zählten die Reste der iranischen Flugabwehrsysteme sowie die Infrastruktur der ballistischen Raketenkräfte, inklusive der Abschussrampen. Die Luftschläge erstreckten sich über ein weites geografisches Gebiet, darunter Teheran, Isfahan, Ghom, Karadsch, Kermanschah, Täbris, Ilam und Chorramabad. Berichte sprechen von partieller Lufthoheit und frei operierenden US-Luftplattformen über West- sowie Südiran. Die in den letzten Wochen verlegten F-22 „Raptor“ initiierten die kinetische Kampagne höchstwahrscheinlich, da sie weit vor den konventionellen Verbänden operieren. Bis in den späten Nachmittag wurden weitere Überflüge zur Zerstörung iranischer Abschussrampen gemeldet.
Neben militärischen Anlagen wurde laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA auch zivile Infrastruktur getroffen. Bei einem Einschlag in einer Grundschule in Minab (Provinz Hormozgan) wurden angeblich mindestens 40 Menschen, darunter viele Kinder, getötet.
Enthauptungsschlag gegen die Führungsstruktur
Die Operation hatte außerdem die Zerschlagung der iranischen Führungsstruktur zum Ziel. Im Zentrum Teherans wurden Ministeriumsgebäude, Einrichtungen des IRGC-Geheimdienstes, regimetreue paramilitärische Einheiten sowie die unmittelbare Umgebung des Präsidentenpalastes und der Residenz des Revolutionsführers bekämpft. Es liegen Berichte über gezielte Ausschaltungsversuche gegen die oberste Führungsriege vor, darunter der Oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei, Präsident Masoud Pezeshkian, Generalstabschef Abdolrahim Mousavi sowie die Sekretäre des Nationalen Sicherheitsrates, Ali Schamchani und Ali Laridschani.
Den Revolutionsgarden nahestehende Quellen vermeldeten jedoch, dass Chamenei und weitere Führungspersönlichkeiten die Schläge überlebt hätten. Israelische Agenturen sprechen vom Gegenteil.

Iranische Vergeltungsschläge gegen US-Basen und Israel
Die Reaktion Teherans auf die Operation erfolgte unmittelbar. Das Khatam-al-Anbiya-Hauptquartier, die zentrale Kommandostelle der iranischen Streitkräfte, bestätigte Gegenangriffe auf „besetzte Gebiete“ und regionale Stützpunkte der US-Streitkräfte. Die Operation wurde wie zuvor als „True Promise 4“ betitelt.
Unter dem massierten Einsatz ballistischer Raketen und One-Way-Attack-Drohnen (System Shahed) attackierte der Iran zentrale Knotenpunkte der US-Streitkräfte in der Region. Bestätigt wurden Einschläge auf der Al Udeid Air Base in Katar, der Ali Al Salem Base in Kuwait, der Al Dhafra Air Base in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Strukturen im Irak und Saudi-Arabien sowie dem Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain.
Die iranische Militärführung deklarierte sämtliche US-Basen, Ressourcen und wirtschaftliche Interessen im gesamten Nahen Osten als legitime militärische Ziele und kündigte an, die Operationen bis zu einer „entscheidenden Niederlage des Feindes“ fortzusetzen. Bei den Angriffen auf US-Ziele in der unmittelbaren Nachbarschaft des Irans kamen mutmaßlich überwiegend ballistische Kurzstreckenraketen zum Einsatz – Systeme, die im Zwölftageskrieg kaum eine Rolle spielten, weil sie für Schläge gegen Israel schon aufgrund ihrer begrenzten Reichweite nicht geeignet sind.
Gegen Israel setzte der Iran bisher mehrere Salven weitreichender ballistischer Raketen ein. Wie die israelischen Streitkräfte (IDF) mitteilen, operiert die Luftverteidigung aktuell auf Hochtouren, um die anfliegenden kinetischen Bedrohungen zu neutralisieren, während in zahlreichen Landesteilen flächendeckend Luftalarm ausgelöst wurde. Dabei ist davon auszugehen, dass signifikante Teile der iranischen Startkapazitäten durch die ursprünglichen Angriffe dezimiert sind. Dennoch verfügt der Iran über weitreichende Arsenale, die teils Hyperschallwaffen umfassen. Eine andauernde Raketenkampagne droht die israelischen Abfangkapazitäten zu sättigen.
Der Großteil der aktuell zirkulierten Informationen bleibt bisher unbestätigt und das Ausmaß der Zerstörung auf beiden Seiten ist weitgehend unklar.
Jannis Düngemann




















