Quantum Systems und die ukrainische Frontline Robotics haben das Joint Venture Quantum Frontline Industries” (QFI) gegründet, das außerhalb der Ukraine in Europa ukrainische Drohnen im Auftrag des ukrainischen Verteidigungsministerium produziert. In der Mitteilung vom 15. Dezember verzichtet Quantum Systems aus Sicherheitsgründen auf die Angabe des Standorts.

Matthias Lehna wird der Mitteilung zufolge Geschäftsführer von Quantum Frontline Industries. Der 37-Jährige diente als Infanterieoffizier in der Bundeswehr, bevor er zum Cyber Innovation Hub in Berlin und später zu Quantum Systems wechselte, wo er seit 2023 als Director Governmental Relations and Business Development tätig ist.

Das Joint Venture Quantum Frontline Industries (QFI) produziert Drohen in großer Stückzahl für die ukrainischen Streitkräfte. (Foto: Quantum Systems)

Serienproduktion in großer Stückzahl

QFI soll im Rahmen der Initiative „Build with Ukraine“ die von Frontline Robotics entwickelten, im Einsatz bewährten multifunktionalen Drohnen in Serie produzieren. Alle in Deutschland hergestellten Systeme werden in den vom ukrainischen Verteidigungsministerium festgelegten Mengen an die ukrainischen Streitkräfte geliefert.

Linza EW-resistentes multifunktionales UAV: Das Bild zeigt das besatzungslose Fluggerät Linza, das in der Ukraine im Einsatz ist. Frontline Robotics beschreibt das Fluggerät als eine an der Front bewährte multifunktionale Logistikdrohne. Linza ist mit einer gyrostabilisierten Tag- und Nachtkamera mit hybridem 6-fach-Zoom ausgestattet und kann bis zu zwei Kilogramm Nutzlast über eine Reichweite von bis zu zehn Kilometern transportieren. Die maximale Flugzeit beträgt 18 Minuten. Zum einsatzbereiten Linza-System gehören neben dem Fluggerät eine universelle Bodenantenne, eine Kontrollstation und ein Reparatursatz. (Foto: Frontline Robotics)

Quantum Systems stellt die industrielle Infrastruktur sowie die Produktionsprozesse bereit. Frontline Robotics liefert die lizenzierten Designs, übernimmt die Ausbildung und stellt einen vollständigen Betriebs- und Wartungssupport nach NATO-Standards sicher.

Die Produktionslinie verbindet bewährte ukrainische Drohnentechnologie mit deutscher Expertise in Skalierung und Automatisierung und setzt damit einen neuen Standard für länderübergreifende Kooperation im Verteidigungssektor. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland.

Tausende von Drohnen für die ukrainischen Streitkräfte

„Die Ukrainer haben den Drohnenkrieg revolutioniert, jetzt werden wir gemeinsam den industriellen Krieg revolutionieren. Für Quantum Systems ist dies der logische nächste Schritt unserer bewährten Unterstützung der Ukraine“, sagte Sven Kruck, Co-CEO von Quantum Systems.

„Wir betrachten es als eine wichtige Mission, gemeinsam mit unserem Partner Quantum Systems das erste ukrainisch-deutsche Joint Venture im Verteidigungsbereich aufzubauen. Wir sind zuversichtlich, dass unser Beispiel den Weg für weitere Kooperationen dieser Art ebnen wird. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden die ukrainischen Streitkräfte mit Tausenden von Drohnen ausgestattet, um den russischen Angreifer zurückzudrängen“, sagte Yevhen Tretiak, CEO von Frontline Robotics.

Strategische Partnerschaft führte zum Joint Venture QFI

Matthias Lehna, der Geschäftsführer des neuen Joint Ventures, erklärte: „QFI hat drei Ziele: Skalieren, expandieren und kreieren. Unser neues Joint Venture wird deutsche Ingenieurskunst mit ukrainischem Sinn für Dringlichkeit verbinden, um dringend benötigte Drohnen für die Ukraine in Serie zu produzieren, das Portfolio auszubauen und neue Produkte zu entwickeln, die die Grenzen des Möglichen erweitern.“

Die Gründung von QFI baut auf der strategischen Partnerschaft der beiden Unternehmen auf, die Anfang dieses Jahres unterzeichnet wurde, und markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer neuen europäischen Drohnenindustrie, die von ukrainischer Innovation an vorderster Front und deutscher Ingenieurskunst angetrieben wird. Im Juni hatte Quantum Systems zehn Prozent Anteile an Frontline erworben, mit der Option, seinen Anteil in den nächsten zwölf Monaten auf bis zu 25 Prozent zu erhöhen.

Gerhard Heiming