KNDS Deutschland übernimmt das Alstom-Werk in Görlitz. Im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz und dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer unterzeichneten Unternehmensvertreter am 5. Februar eine entsprechende Rahmenvereinbarung. Das hat KNDS Deutschland am 5. Februar mitgeteilt.

Seit 1849 werden in Görlitz Schienenfahrzeuge gebaut. Nach wechselhafter Geschichte hat Alstom den Standort 2021 übernommen. Jetzt will Alstom die Produktion verlagern und den Standort schließen. In der Rahmenvereinbarung sind Alstom und KNDS Deutschland übereingekommen, die Produktion von Doppelstockwagen und Straßenbahnen auslaufen zu lassen und die Produktion von Schweißbaugruppen für Leopard 2, Boxer und Puma aufzunehmen.

Nach Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung: (von links) Michael Kretschmer, Tim Dawidowsky (Alstom), Florian Hohenwarter (KNDS Deutschland), Olaf Scholz, Dirk Schulze (IG Metall) (Foto: Alstom)

Der Übergang des Standortes erfolge schrittweise und werde voraussichtlich 2027 abgeschlossen sein, schreibt KNDS Deutschland. Erste Personalübernahmen durch KNDS sowie der Produktionsstart sollen bereits in diesem Jahr erfolgen.

Von den rund 700 Beschäftigten der Alstom will KNDS Deutschland etwa die Hälfte übernehmen. Weiteren zehn Prozent soll Arbeitsplätze an anderen KNDS-Standorten angeboten werden. Rund einhundert Mitarbeiter sollen weiter bei Alstom beschäftigt werden. Für die verbleibenden rund 20 Prozent will Alstom eine faire und sozialverträgliche Lösung herbeiführen.

In diesem Industriegelände in Görlitz will KNDS Deutschland in Zukunft Schweißteile für Leopard 2, Boxer und Puma herstellen. (Foto: CC BY-SA 4.0 _Wolkenkratzer)

„Görlitz kann stolz sein auf seine lange Geschichte als Industriestadt. Heute beginnt ein neues Kapitel dieser Geschichte. Es sind sehr gute Nachrichten, dass Industriearbeitsplätze erhalten bleiben, obwohl Alstom aus Görlitz weggeht. Die großartigen Beschäftigten sind der Hauptgrund, weshalb KNDS Deutschland künftig hier in Görlitz produziert und Arbeitsplätze sichert“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz:

„Durch den neuen Standort Görlitz im KNDS Produktionsverbund erweitern wir unsere Fertigungskapazitäten um die Verteidigungsfähigkeit von Deutschland zu stärken“, stellte Florian Hohenwarter, COO von KNDS Deutschland, fest. „Hier in Görlitz finden wir genau die hervorragend ausgebildeten Fachkräfte, die wir benötigen, um qualitativ hochwertigste Baugruppen für unsere Fahrzeuge zu produzieren. Wir freuen uns auf die neue Mannschaft und die gemeinsame Ausgestaltung der Zukunft hier am Standort“, so Hohenwarter weiter.

Redaktion / gwh