Hensoldt gab am 10. Januar bekannt, einen Auftrag im Rahmen der DLR Quantencomputing-Initiative (DLR QCI) für das Forschungsprojekt QUA-SAR erhalten zu haben. Ziel des Projekts ist es, komplexe Szenarien der Radarfernerkundung mithilfe von Quantencomputing zu optimieren. Hensoldt arbeitet dabei zusammen mit dem Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der Tensor AI Solutions GmbH. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Quantencomputing könnte in Zukunft die immensen Datenmengen des modernen Gefechtsfeldes aufbereiten. (Bild Hensoldt)

Quantencomputing wird immer relevanter

Quantencomputing ist eine fortschrittliche Form des Rechnens, die auf den Prinzipien der Quantenmechanik basiert. Im Gegensatz zu klassischen Computern, die mit Bits (0 und 1) arbeiten, verwenden Quantencomputer Quantenbits (Qubits), die mehrere Zustände gleichzeitig einnehmen (Superposition) und miteinander verschränkt sein können. Dies ermöglicht eine exponentielle Steigerung der Rechenleistung für bestimmte komplexe Aufgaben, die mit klassischen Computern nur schwer oder gar nicht lösbar sind. Quantencomputing wird oft auch als sicherheitspolitische Schlüsseltechnologie definiert.  Kürzlich hatte Google seinen eigenen Quantenchip „Willow“ vorgestellt, der einen großen Fähigkeitssprung in der Branche darstellte und für viel mediale Aufmerksamkeit sorgte.

Militärische Anwendung des Quantencomputing

Das Forschungsprojekt QUA-SAR, an dem Hensoldt nun mitarbeitet, will die Vorteile des Quantencomputing in der Fernerkundung nutzbar machen. Radarfernerkundung nutzt Radiowellen, um Daten über Objekte und Gelände aus der Distanz zu erheben. In dynamischen Umfeldern, wie beispielsweise auf modernen Gefechtsfeldern, ist eine schnelle Reaktionsfähigkeit in Verbindung mit großen Datenmengen erforderlich. Zukünftige Radar-Systeme sollen in der Lage sein, Aufgaben in Echtzeit auf Sensoren und Sensorverbände zu verteilen. Quantencomputing könnte helfen, diese riesige Rechenleistungen zu bewältigen und das Radar Resource Management besser zu lösen als herkömmliche Computersysteme.

Das Projekt QUA-SAR ergänzt auch Hensoldts Technologiefeld „Quantum Sensing and Technologies“, das seit Anfang 2024 besteht und die Forschung im Bereich der Quantentechnologien vorantreibt.

„Das Forschungsprojekt QUA-SAR bietet uns die Gelegenheit, die Möglichkeiten von Quantencomputing im Bereich der Radar- und Sensoranwendungen weiter zu erforschen und zu entwickeln“, so Oliver Dörre, CEO von HENSOLDT.

jd