Luftwaffe und Industrie arbeiten eng zusammen. Dies betonten sowohl der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz (re.), als auch Michael Schöllhorn, der Präsident des BDLI (Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V.), bei der Eröffnung des Programms auf der ILA Stage Defence Forum Air und damit des militärischen Anteils der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung.
One Team – One Mission: Alle Teilstreitkräfte der Bundeswehr arbeiten angesichts der verschärften sicherheitspolitischen Lage in Europa eng zusammen, betonte Gerhartz. Kriegstüchtigkeit sei das gemeinsame Ziel. Es sei schon die zweite ILA nach der Zeitenwende. Gerhartz ist optimistisch: Auf die Herausforderungen durch die russische Aggression könne man zusammen mit der Industrie die passenden Antworten finden.

Mehr als 150 Unternehmen, die auf der ILA vertreten sind, unterstützen die Streitkräfte, betonte Schöllhorn. Nicht nur die großen, auch die vielen mittelständischen und kleinen Firmen sehen ihre Verantwortung an der Seite der Bundeswehr, die dieses Land und die Freiheit seiner Bürger verteidigen können muss.
„Wir brauchen Partner in aller Welt“, unterstrich Gerhartz und wies auf die Übung Pacific Skies hin. Es wird die größte Verlegübung der Luftwaffe seit ihrem Bestehen. (Bericht folgt) Ein Bestandteil sei eine gemeinsame Übung mit den indischen Luftstreitkräften. Und so freute sich Gerhartz besonders, den indischen Luftwaffenchef Chief Marshal Vivek Ram Chaudari als besonderen Gast auf der ILA begrüßen zu können.
Schöllhorn und Gerhartz haben aufschlussreiche Interviews in unserer Sonderausgabe zur ILA mit dem Titel „Neue Fähigkeiten für die Luftwaffe“ gegeben.
Bundeswehr auf der ILA
Als größter Einzelaussteller auf der ILA ist die Bundeswehr unter anderem mit Luftwaffe, Marine, Heer und Sanität vertreten. Alle Luftfahrzeuge, Drohnen, Luftverteidigungssysteme, Simulatoren und anderes Gerät sind an folgenden Punkten des Geländes zu finden: in der Halle 3, im Hangar, auf dem Static Display und im neuen Defence Park. Mit dabei sind natürlich Eurofighter, Tornado und A400M, NH90 und EC 135, Tiger, Patriot, das Flugabwehrsystem IRIS-T SLM sowie die neue Drohne „Grille“ für den Verwundetentransport. (Quelle: Bw)
Branchendaten
Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie wächst nach den Covid-Jahren wieder und beschäftigt mehr Menschen als je zuvor. 2023 ist das erste Jahr, in dem die Branche die Werte von 2019 wieder erreicht bzw. übertrifft.
Die Zahlen im Einzelnen, in Klammern der Vergleich zum Vorjahr (2022): Der Gesamtumsatz liegt bei 46 Mrd. Euro (+7 Mrd. / +18%). Davon entfallen auf den zivilen Flugzeugbau 33 Mrd. (+5 Mrd. / +18%), auf den militärischen Bereich 10 Mrd. (+1,6 Mrd. / +19%) und auf die Raumfahrt 3 Mrd. (+0,4 Mrd. / +15%). Die Exportquote liegt bei 67% (-5%), die Investitionen in Forschung und Entwicklung bei 3,8 Mrd., also einem Anteil von 8% am Gesamtumsatz (2022: 2,7 Mrd. / 7%).
Insgesamt beschäftigt die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie 115.000 Menschen (+10.000). Davon entfallen auf den zivilen Flugzeugbau 81.000 (+8.000), auf den militärischen Bereich 24.000 (+1.000) und auf die Raumfahrt 10.000 (+1.000). Die Fülle an Bestellungen im zivilen Flugzeugbau stimmt zuversichtlich, dass sich dieser Aufwärtstrend im laufenden Jahr 2024 weiter konsolidiert.
Zugleich bewirken einige Sondereffekte gegenüber dem Pandemie-Jahr 2022 überproportionale Wachstumszahlen für 2023 – Inflation, Ukraine-Hilfe und das inzwischen aufgezehrte Sondervermögen für die Bundeswehr schlagen zu Buche. Stellt man diese Effekte in Rechnung, speist sich der Schub vor allem aus dem Ratenhochlauf im zivilen Flugzeugbau. (Quelle: BDLI)
Burghard Lindhorst











