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Am 11. Januar hat die Jahresauftakt-Pressekonferenz der Europäischen Weltraumorganisation ESA in deren Zentrale in Paris stattgefunden. Dabei gaben ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher sowie seine Direktoren und Direktorinnen einen Ausblick auf 2024. So berichtete der Generaldirektor, dass der ESA-Rekord-Haushalt für dieses Jahr 7,79 Milliarden Euro betrage. Dies entspreche einer Steigerung um rund zehn Prozent im Vergleich zu 2023. Die Bundesrepublik Deutschland beteilige sich 2024 daran mit einem Anteil von 22,4 Prozent. Aktuell beschäftige die ESA – einschließlich Subunternehmen – rund 3.000 Mitarbeiter. Man rechne in diesem Jahr mit rund 300 neu zu besetzenden Stellen.

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ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher (im kleinen Kasten links oben) berichtet u.a. über die Vorhaben der Organisation in diesem Jahr. (Screenshot: Gerd Portugall)

Ein Höhepunkt in 2024, so Aschbacher, sei der für den Sommer geplante Erstflug der Schwerlast-Trägerrakete „Ariane 6“ vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Damit solle Europa seinen autonomen Zugang zum Weltraum wiedererlangen. Nach dem gescheiterten letzten Start der italienischen „Vega-C“-Rakete im Dezember 2022 sei für das vierte Quartal ein neuerlicher „Vega-C“-Start vorgesehen. Mehr als 40 Satellitenmissionen seien in diesem Jahr geplant, darunter u.a. die Verbringung von insgesamt vier EU-Navigationssatelliten vom Typ „Galileo“ in den Orbit.

Fünf neue Astronauten sollen in 2024 zur ESA stoßen. Angekündigt wurde die neue ESA-Strategie „Space 2040“. Rund 1.500 Vertragsvergaben visiere die ESA in diesem Jahr an. Auch wurde auf die ESA-Präsenz bei der ILA Berlin Airshow hingewiesen, die im Juni stattfindet.

Auf die Frage nach den Beziehungen zur Volksrepublik China antwortete Aschenbacher, dass diese Beziehungen teils von Kooperation und teils von Konkurrenz geprägt seien. Im Großen und Ganzen folge die ESA dabei der Führung durch die US-Raumfahrtbehörde NASA.

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Rückblicke

1975 war die ESA gegründet worden, um Europa technologisch und politisch unabhängiger von den Raumfahrtnationen USA und Sowjetunion zu machen. Mittlerweile gehören ihr 22 europäische Staaten an, darunter die Nicht-EU-Staaten Großbritannien, Norwegen und die Schweiz. Außerdem sind Lettland, Litauen, die Slowakei, Slowenien sowie Kanada assoziierte ESA-Mitglieder.

Seit März 2021 ist der österreichische Weltraumforscher Aschbacher (Jahrgang 1962) oberster ESA-Funktionär.

Dr. Gerd Portugall, M.A.