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Am 7. Juli ist im Blue Grass Army Depot in Richmond im Bundesstaat Kentucky die letzte Rakete mit dem chemischen Nervenkampfstoff Sarin im Militärarsenal der USA vernichtet worden. Im Monat zuvor war die letzte Senfgas-Munition im Chemical Army Depot in Pueblo im Bundesstaat Colorado unschädlich gemacht worden. „Die Zerstörung von deklarierten Lagervorräten an chemischen Waffen durch die Vereinigten Staaten in einer sicheren und umweltverträglichen Art und Weise war eine schwierige Aufgabe, die viele Jahre zur Erfüllung benötigte“, so Douglas Bush, Abteilungsleiter für Beschaffung, Logistik und Technologie des US-Heeresamtes, am 10. Juli auf einer Pressekonferenz im Pentagon.

Insgesamt vernichteten die USA mehr als 30.000 Tonnen deklarierter chemischer Kampfstoffe, die in knapp 3,5 Millionen Schuss chemischer Munition, mehr als 22.500 Ein-Tonnen-Behältern und in mehr als 50.500 Flaschen enthalten waren. Fast 90 Prozent dieser Waffen waren bereits bis 2012 unschädlich gemacht worden. Die letzten rund zehn Prozent stellten die größte technische und finanzielle Herausforderung dar.

Noch am 7. Juli gab die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) bekannt, dass damit in den USA die letzte Chemiewaffe der weltweit deklarierten Lagervorräte aller Vertragsstaaten der Chemiewaffenkonvention (CWK) „irreversibel zerstört“ wurde. Der US-Senat hatte die CWK 1997 ratifiziert, nachdem diese 1992 von der UN-Abrüstungskonferenz in Genf verabschiedet worden war. Mit Wirkung vom 29. April 1997 traten 87 Nationen – darunter die Vereinigten Staaten – dem internationalen Vertrag bei, wodurch die CWK in Kraft treten konnte. Ebenfalls am 29. April 1997 ist dann die OPCW mit Sitz in Den Haag gegründet worden, um die Einhaltung und Umsetzung der CWK zu überwachen.

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Lediglich Ägypten, Nordkorea und der Südsudan haben die Chemiewaffenkonvention bis auf den heutigen Tag weder unterzeichnet noch ratifiziert. Israel hat die CWK zwar 1993 unterzeichnet, aber bisher nicht ratifiziert.

Gerd Portugall