Print Friendly, PDF & Email

Die Soldaten des 1. Infantry Brigade Combat Team der 82. Luftlande Division der U.S. Army sind die ersten, die das neue Infanterie-Gruppenfahrzeug (Infantry Squad Vehicle, ISV) erhalten haben. Die feierliche Übergabe am 27. Oktober 2020 markiert den Beginn der Ausstattung der Infantry Brigade Combat Teams (IBCT) mit insgesamt 2.065 ISV.

Im Juni 2020 hatte die U.S. Army nach einem Jahr Entwicklung und Wettbewerb General Motors und Ricardo beauftragt, für rund 190 Millionen Euro ein erstes Los von 650 Infanterie-Gruppenfahrzeuge zu liefern. 120 Tage nach Vertragsschluss hat jetzt die Auslieferung begonnen.

Mit dem ersten Los sollen elf ICBT mit je 59 Gruppenfahrzeugen ausgestattet werden. Mit den ersten Fahrzeugen werden in der Truppe Einsatzprüfungen vorgenommen, u.a. zur Analyse der Verlegefähigkeit und zur Vollständigkeit der Dokumentation. Bei positiven Testergebnissen wird die restliche Serienproduktion freigegeben, die bis Mitte 2028 abgeschlossen werden soll.

Foto: GM Defense

Das Infanterie-Gruppenfahrzeug basiert auf dem Klein-Lkw 2020 Chevrolet Colorado ZR2 von General Motors mit einem Gesamtgewicht von ca. 2,8 Tonnen, der auch als Pickup bezeichnet wird. Zusammen mit Ricardo Defense ist der Truppentransporter unter Verwendung von ca. 90 Prozent der Originalteile entstanden. Wichtiger Unterschied zur Zivilversion ist neben der offenen Kabine mit Sitzplätzen für neun Soldaten die Verwendung von hochbelastbaren Fahrwerkskomponenten, die sich zahlreichen Off-Road-Rennen bewährt haben.

Geringes Gewicht und kompakte Abmessungen ermöglichen den Transport des Fahrzeugs als Außenlast mit der UH-60 Black Hawk oder in der Kabine eines Transporthubschraubers in der Größenklasse CH-47 Chinook.

Die Infanteristen sitzen in drei Reihen und werden durch Überrollbügel geschützt, Die Soldaten können leichte Waffen tragen. Die hintere Sitzreihe kann durch ein Gepäckabteil ersetzt werden. Der Antrieb erfolgt über einen 140 kW-Duramax Dieselmotor und ein Sechsgang-Automatikgetriebe. Das Ausgangsfahrzeug ist mit einem Gesamtgewicht von 2,1 Tonnen plus 615 kg Nutzlast angegeben.

Gerhard Heiming