Am 30. Juni übergab der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren Generalleutnant Holger Neumann, Inspekteur der Luftwaffe, und Ministerialdirektor Dr. Alexander Götz, Hauptabteilungsleiter Aufwuchs im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), die Urkunde für die Überlassung eines Areals für das „Arrow Weapon System for Germany“ (AWS-G) im Großraum Kaufbeuren. Neben diesem Standort Süd im Raum Kaufbeuren (Allgäu) soll das System an Stellungsbereichen im Norden und Osten Deutschland aufgebaut und als ein zusammengeschaltetes System 24/7 betrieben werden. Mit dem in den USA und Israel entwickelten AWS-G erlangt die Bundeswehr erstmals die Fähigkeit zur Frühwarnung und Bekämpfung anfliegender ballistischer Raketen außerhalb der Erdatmosphäre.

Generalleutnant Holger Neumann verkündete am 3. Dezember 2025 vor Soldatinnen und Soldaten die Erstbefähigung des „Arrow“-Raketenabwehrsystems in der Annaburger Heide.
Foto: Bundeswehr, Francis Hildemann

„Dies“, so General Neumann bei dem entsprechenden Pressetermin im Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe (Abteilung Süd) auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren, „ist eine Entscheidung von großer strategischer Bedeutung.“ Im Dezember des vergangenen Jahres war bereits die Anfangsbefähigung des AWS-G auf dem Fliegerhorst Holzdorf-Schönewalde in der Annaburger Heide auf der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt hergestellt worden.

Auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren übergab Bayerns Ministerpräsident (m.) dem Inspekteur der Luftwaffe (r.) und dem Hauptabteilungsleiter Aufwuchs im BMVg (l.) die Urkunde für die Überlassung des Areals im Großraum Kaufbeuren.
Foto: Bundeswehr, Leon Belz

Wie sehr sich die Sicherheitslage seit dem Beginn des russischen Angriffs- und Vernichtungskrieges gegen die Ukraine verschlechtert hat, zeigt beispielhaft das bayerische Gesetz zur Förderung der Bundeswehr vom 23. Juli 2024, wonach bei Liegenschaften dem militärischen Nutzen ausdrücklich gegenüber dem Denkmalschutz Vorrang eingeräumt wird.

Gerd Portugall