Nach Blockade der Straße von Hormus: Tankerraten erreichen Rekordniveau
Joshua Wygand / HANSA
Nachdem Teheran mit einer Schließung der Meerenge gedroht hatte, kam der Verkehr zwischen Iran und Oman zum Stillstand. Durch die Passage laufen rund 20 % des weltweiten Ölverbrauchs sowie erhebliche LNG-Mengen.
Am Tankermarkt erreichten die Raten historische Höchststände. Für Very Large Crude Carrier (VLCC) auf der Route „TD3“ vom Mittleren Osten nach China stieg der Worldscale-Wert laut LSEG auf WS 419, entsprechend rund 423.736 $ pro Tag. Binnen weniger Tage haben sich die Erlöse damit mehr als verdoppelt.
Raten im LNG-Segment ebenfalls massiv gestiegen
Auch im LNG-Segment ziehen die Raten massiv an. Nachdem Katar seine Produktion vorsorglich gestoppt hatte, stiegen die Spotraten für LNG-Tanker laut Spark Commodities am Montag im Atlantik um 43 % auf 61.500 USD pro Tag. Im Pazifik legten sie um 45 % auf 41.000 $ pro Tag zu.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Spotraten kurzfristig die Marke von 100.000 $ pro Tag überschreiten könnten. Bereits jetzt gilt die Verfügbarkeit von Tonnage für den Rest des Monats als angespannt. Neben den geopolitischen Risiken wirken sich auch wetterbedingte Verzögerungen aus dem Februar nach, die zu einem Rückstau bei Ladungen geführt haben.
Solange keine gesicherte Passage durch die Straße von Hormuz gewährleistet ist, dürfte ein Teil der Flotte in Warteposition bleiben. Mehrere Marktteilnehmer berichten von „eingefrorenen“ Vertragsverhandlungen und erheblichen Unsicherheiten bei der Bewertung neuer Abschlüsse.
Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch widersprüchliche Angaben zur Lage in der Meerenge. Während iranische Stellen von einer Schließung sprechen, erklärte das US-Zentralkommando (Centcom), die Passage sei weiterhin offen. Südkorea forderte nationale Reeder auf, Geschäfte in der Region vorerst auszusetzen.
Joshua Wygand / HANSA










