Auf der Hubschrauber-Messes European Rotors hat Hensoldt die neuen Cockpit-Voice- und Flight-Data-Recorder (CVR/FDR), vorgestellt, die das Unternehmen gemeinsam mit Lufthansa Technik entwickelt hat. Die allgemein als „Black Box“ bezeichneten Geräte sind leuchtend orange gefärbt, damit sie leicht gefunden werden können.

Hohe Anforderungen an die Datensicherheit

Mit den beiden Rekordern werden die von den Luftfahrtbehörden vorgeschriebenen Sprachdaten im Cockpit (Cockpit Voice Recorder, CVR) und zahlreiche Flugparameter (Flight Data Recorder, FDR) aufgezeichnet und gespeichert. Nach neuester FAA-Regel (Federal Aviation Administration) ist die Aufzeichnung von 25 Stunden Flugbetrieb vorgeschrieben, bevor die Daten wieder überschrieben werden dürfen. Die Boxen müssen Crash (Stoßbelastung 3.400g), Feuer und Wasser bis 6.000 Meter Tiefe überleben. Die Daten dürfen nach einem Crash ohne Stromversorgung auch nach monatelanger Lagerung unter Wasser nicht verloren gehen. Die Rekorder sind so gebaut, dass die Daten praktisch unbegrenzt erhalten werden.

Flight Data Recorder (FDR) (rechts) und Cockpit Voice Recorder (CVR) der Baureihe SferiRec speichern mehr Flugdaten als vorgeschrieben. (Foto: Gerhard Heiming)

Flugdatenschreiber der Baureihe SferiRec übertreffen die behördlichen Anforderungen

Die von Hensoldt hergestellten und der Lufthansa Technik vertriebene neue Generation von Flugdatenschreibern der Baureihe SferiRec übertrifft die behördlichen Anforderungen. Der CVR speichert bis zu 45 Stunden an Cockpitgesprächen und bis zu 170 Stunden an sogenannten Datalink-Aufzeichnungen (textbasierte Nachrichten zwischen Flugzeug und Boden). Der FDR kann sogar 1.600 Stunden Flugdaten speichern.

Die neuen Rekorder können im eingebauten Zustand ausgelesen werden. Mit dem „On-Wing-Readout-Kit“ erfolgt der lesende Zugriff auf die Daten über einen handelsüblichen Laptop. Damit können einerseits die Daten für Wartung und Instandhaltung genutzt werden. Andererseits können die Geräte in eingebautem Zustand geprüft und so eine deutlich höhere durchschnittliche Zuverlässigkeit erreicht werden.

Die Geräte entsprechen in Form und Anschlüssen den bisherigen Geräten und können so schnell ausgetauscht werden. Für Flugzeuge, die den FAA-Regeln unterliegen ist der Austausch bis 2030 vorgeschrieben. Die anderen Luftfahrtbehörden werden in Kürze ähnliche Regeln erlassen.

Gerhard Heiming