Das erste mittlere geschützte Sanitätskraftfahrzeug (mgSanKfz) wird anlässlich der Informations- und Lehrübung Sanitätsdienst (ILÜ SAN) – voraussichtlich am 4. Juli – an die Truppe übergeben.
Das mgSanKfz ist für den qualifizierten Primärtransport von bis zu zwei liegenden Patienten aller Schweregrade vom Ort der Verletzung zu einer Sanitätseinrichtung ausgelegt. Dabei sind die rettungsmedizinische Überwachung und Erhaltung der Vitalfunktionen unter Schutz gewährleistet.

Der Liefervertrag
Im April 2020 hatte die Bundeswehr die Lieferung von 80 mgSanKfz auf Basis des hochgeschützten Eagle V 6×6 mit General Dynamics European Land Systems (GDELS) vereinbart. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte dafür am 4. März 2020 148 Millionen Euro freigegeben. Als Lieferzeitraum wurde damals 2021 bis 2024 angegeben (ESuT berichtete). Für die Verzögerung um vier Jahre gibt es keine offiziell verlautbarten Gründe.
Die Produktionsphase des Projekts lag in der Hochzeit der Corona-Pandemie, die viele Arbeitsabläufe beeinträchtigt hat. Als weitere Ursachen für die Verzögerung werden Lieferkettenprobleme und zusätzliche Anpassungen aufgrund neuer Forderungen vermutet, die zu einem verspäteten Start der Serienproduktion geführt haben.
Luxemburg hat im Juni 2021 vier Protected Ambulance Vehicle (PAV) in gleicher Konfiguration zu gleichen Konditionen wie Deutschland bei GDELS bestellt.
Beschreibung des mgSanKfz
Der Eagle V 6X6 von GDELS ist eine Variante des in der Bundeswehr und dem Sanitätsdienst bereits eingeführten Eagle V 4×4, allerdings mit verlängertem Fahrgestell und einer dritten (lenkbaren) Achse. Damit steigt das zulässige Gesamtgewicht auf 15 Tonnen bei 7,3 Tonnen Zuladung. Die nach STANAG 4569 geschützte Kabine bietet ein Nutzvolumen von 14,5 m³ mit einer Stehhöhe von 1,8 m und damit genügend Raum für die Unterbringung des medizinischen Geräts. Als Rettungstrupp eingesetzt finden zwei Verletzte auf Spezial-Krankentragen und zwei Rettungssanitäter Platz.
In der Produktionshalle von GDELS in Tägerwilen/Schweiz waren bei einer Führung durchs Werk am 2. Juli weitere mgSanKfz in unterschiedlichen Bauzuständen mit Produktionsnummern bis über 50 zu sehen. Daher kann man davon ausgehen, dass die Auslieferung aller Fahrzeuge – auch für Luxemburg – 2026 abgeschlossen werden kann.
ILÜ SAN
Bei der ILÜ SAN (7. bis 10. Juli) in Feldkirchen stellt der Sanitätsdienst der Bundeswehr die umfangreichen Fähigkeiten der medizinischen Versorgungsmöglichkeiten und die komplexe Arbeit des Sanitätsdienstes der Bundeswehr vor. In diesem Jahr steht die ILÜ SAN im Zeichen einer verstärkten zivil-militärischen Zusammenarbeit. Adressaten sind Soldaten der Bundeswehr – u.a. des Generalsstabslehrgangs – und befreundeter Streitkräfte, Interessierte aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sowie die Hilfsorganisationen in Deutschland. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) als Baustein innerhalb der Rettungskette bereitet die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit den zivilen Rettungsorganisationen für den Ernstfall vor.
Gerhard Heiming







