Am 18. Oktober 2024 kehrte das russische Schulschiff „Smolny“ von einer fast viermonatigen Ausbildungsreise nach Kronstadt zurück. Die am 27. Juni begonnene Reise führte die „Smolny“ nach Havanna, Kuba (27. Juli), La Guaira/Caracas ,Venezuela (7. August), Kapstadt, Südafrika (29. August), Walvis Bay, Namibia (7. September), Luanda, Angola (10. September), Douala, Kamerun (26. September) und Cotonou, Benin (30. September). Insbesondere der Besuch in Kuba, bei der sich die „Smolny“ in Begleitung der Fregatte „Neustrahimiy“ und des Flottentankers „Yelnya“ (Altay-Klasse) befand, erregte Aufsehen.

„Smolny“ ist eines von zwei Schulschiffen des Projekts 887, die in der russischen Marine eingesetzt werden. Die 138 Meter langen und 7.200 Tonnen verdrängenden Schiffe können zu ihrem Ausbildungsauftrag russischen Quellen zufolge 30 Lehrer und 300 Kadetten zuzüglich zur Stammbesatzung von 132 Personen an Bord nehmen. Sie sind mit Klassenzimmern mit speziellen Navigationssimulatoren ausgestattet, die eine vollständige Ausbildung gemäß dem Lehrplan ermöglichen. Die Bewaffnung mit zwei 76-mm-Doppelkanonen AK 726, zwei 30-mm-Kanonen AK 230 und zwei RBU 2500 ASW-Mörsern (Wasserbombenwerfer der russischen Marine zur U-Boot-Bekämpfung) erlaubt eine grundlegende praktische Ausbildung an in der Marine gebräuchlichen Waffensystemen. Ebenso ist die Radar- und Funkanlagenausstattung ausgelegt.

Bei 14 Knoten soll die Reichweite bei 9.000 Seemeilen liegen, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 Knoten.

Der Bau der „Smolny” wie ihres Schwesterschiffes „Perekop“ wurde 1976 auf polnischen Werften aufgenommen. Beide sind noch in der Ostseeflotte der russischen Marine im Dienst. Das dritte Ausbildungsschiff gleichen Typs, die „Hasan“, wurde 1998 außer Dienst gestellt und verschrottet.

Das russische Schulschiff wurde zwischen der Kieler und der Pommerschen Bucht von dem Einsatzschiff „Eschwege“ der Bundespolizei See und dem Patrouillenboot „HDMS P525“ der dänischen Marine eskortiert.

Hans Uwe Mergener und Michael Nitz