Auf der zur Meyer-Gruppe gehörenden Neptun-Werft in Rostock wurde heute der zweite Marinebetriebsstoffversorger auf Kiel gelegt. Mit dieser traditionellen Zeremonie wünschen Hersteller und zukünftiger Eigner dem Schiff und seiner Besatzung allzeit gute Fahrt.

„Parallel symbolisiert die Kiellegung ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zur Fertigstellung eines Schiffes und dem anschließenden Zulauf in die Flotte. Mit dem heute planmäßig erreichten Meilenstein setzen wir als Industriepartner auch ein sichtbares Zeichen für unseren Beitrag zur Modernisierung der Flotte der Deutschen Marine“, sagte Projektleiterin Beate Debold von der für das Projekt federführenden NVL (Naval Vessels Lürssen).

Die zwei neuen Versorgungsschiffe für die Deutsche Marine werden unter Federführung der Bremer NVL Group in Kooperation mit der Meyer Gruppe gefertigt.

Das zweite Marineversorgungsschiff der Klasse 707 wurde heute auf Kiel gelegt. (Foto: NVL)

Die NVL Group, die neben dem MBV-Projekt zahlreiche weitere aktuelle Marineprojekte im Überwasserschiffbau als Generalunternehmer verantwortet, übernimmt nach eigener Angabe als Systemintegrator auch das Projektmanagement, die marinespezifischen Anteile des Plattform- und Einsatzsystems sowie umfangreiche Leistungen zur Herstellung der Versorgungsreife, die die erfolgreiche Betreibbarkeit der Schiffe im logistischen System der Bundeswehr sicherstellen.

Wie die NVL schreibt, werden die 173 Meter langen Marineeinheiten der Klasse 707 in Rostock gefertigt, in Betrieb genommen und erprobt. Die 20.000 Tonnen verdrängenden Doppelhüllentanker erlauben bei einem Ladevolumen von fast 13.000 Kubikmetern Dieselkraftstoff bis zu drei parallele Betankungen auf See.

Zudem verfügen die Einheiten über zahlreiche modulare Containerstellplätze, etwa für den Transport von Lebensmitteln und Ersatzteilen. Um lebensnotwendige Rettungsaktionen effizient zu unterstützen, führt darüber hinaus ein direkter Zugang vom Flugdeck zur Krankenstation.

Das Beschaffungsvorhaben wurde Mitte 2021 zwischen Auftraggeber und Industriepartnern unterzeichnet. Die Einheiten, deren Zulauf ab 2025 geplant ist, ersetzen die veralteten Marinetanker der Rhön-Klasse. Die Marinetanker sollen mit einer Stammbesatzung von 42 Personen und einem zusätzlichen Einschiffungskontingent von 23 Personen die Kraftstoffversorgung auf hoher See übernehmen.

Redaktion / gwh