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Das Nachrichtenportal Breaking Defense hat am 8. März gemeldet, dass der F-35A Joint Strike Fighter für den Einsatz der thermonuklearen Schwerkraftbombe B61-12 zertifiziert worden ist und beruft sich auf den Sprecher des F-35 Joint Program Office (JPO), Russ Goemaere. Die Zertifizierung sei am 12. Oktober erfolgt, ein Vierteljahr vor dem angekündigten Termin.

Damit werde die F-35A zu einem „dual-fähigen“ Kampfflugzeug, dass sowohl konventionelle als auch nukleare Waffen tragen könne, zitiert Breaking Defense den Sprecher Goermaere.

Im Dezember 2022 hat die damalige Verteidigungsministerin Christine Lambrecht mit der Zeichnung des Letter of Acceptance die Beschaffung der Kampfflugzeuge F-35 für die Bundeswehr offiziell besiegelt, hat die Bundeswehr damals auf ihrer Webseite geschrieben. Die Zertifizierung des Flugzeugs für den Einsatz von Atomwaffen war ein wichtiges Auswahlkriterium, um der Bundeswehr die „nukleare Teilhabe“ weiterhin zu sichern. Die F-35A soll bei der Luftwaffe die bisher dem Jagdbomber Tornado zugewiesene Rolle der nuklearen Teilhabe bis zu dessen Außerdienststellung bruchfrei übernehmen. Die Tornado erreichen nach rund 50 Jahren Dienstzeit 2030 das Ende der Nutzungsdauer.

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Eine F-35A der U.S. Air Force beim Abwurftest mit einer inerten B61-12. (Foto: F-35 Joint Program)

Die B61-12 ist die zwölfte Version der 1968 eingeführten nuklearen Schwerkraftbombe. Nach Information der National Nuclear Security Administration (NNSA) kann sie als ballistisches oder gelenktes Kampfmittel eingesetzt werden. Die 375 kg schwere Bombe habe mit dem Lebensdauerverlängerungsprogramm (Life Extension Program, LEP) eine präzisere GPS-/Trägheitsnavigation erhalten. Für die Produktion wurde der Zeitraum 2020 bis 2025 angegeben. Die erste B61-12 aus der Serienproduktion wurde am 20. Dezember 2021 übergeben. Die Version 12 soll die Versionen 3, 4, 7 und 10 ersetzen. Nach unbestätigten Informationen soll die einstellbare Sprengkraft zwischen 0,3 und 50 Kilotonnen (KT) liegen.

Nach Information der ICAN Deutschland (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) sollten die in Europa gelagerten nuklearen Sprengköpfe seit Anfang 2023 durch die B61-12 ersetzt werden.

Gerhard Heiming