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Während einer zweitägigen Veranstaltung am 14./15. Februar bei Thales in Hengelo und in der knapp 90 km entfernten Kaserne in ‘t Harde hat Thales das erste Multi-Mission-Radar Ground Master GM200 MM/C an die Koninklije Landmacht übergeben. Thales bezeichnet die Veranstaltung als das i-Tüpfelchen auf der langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Niederländischen Verteidigungsministerium, dem Königlich Niederländischen Heer und Thales bei der Entwicklung des kompakten Multi-Missions-Radars, die vor 14 Jahren begonnen habe.

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Mit einer zweitägigen Veranstaltung vor zahlreichen Gästen feierte das Niederländische Heer die Übergabe des ersten Multi-Mission-Radars Ground Master GM200 MM /C. (Foto: Thales)

„Es ist etwas ganz Besonderes, Sie alle hier zu haben, denn es spiegelt die besonderen Umstände wider, in denen wir uns befinden“, sagte Geert van der Molen, Vice President Sales Management Thales Nederland. „Das Radarsystem wurde in enger Zusammenarbeit mit Experten der niederländischen Armee entwickelt, die die notwendigen operativen Erfahrungen in die Entwicklung einbrachten“, so van der Molen weiter.

In der kompakten Version (/C) sind alle Komponenten auf einem Containertragrahmen installiert. Das bietet nach Angabe von Thales hohe Mobilität, sehr kurze Verlegezeiten und einfachen Transport. Die Niederlande haben für den Transport die Scania Gryphus Lkw vorgesehen. Nach dem Datenblatt ist das System in weniger als fünf Minuten nach Einfließen in die Stellung einsatzbereit. Auf Befragen nannte Thales einen Zeitbedarf von weniger als einer Minute.

Das programmierbare AESA-Radar (Active Electronically Scanned Radar) ist flexibel und ermöglicht die Einführung neuer Fähigkeiten zur Erfüllung der Kundenbedürfnisse ohne größere Überholungs- oder Wartungszeiten, schreibt Thales. Dies mache das System zukunftssicher für sich ändernde Anforderungen aufgrund von Entwicklungen bei militärischen Operationen und Bedrohungen. Das softwarebasierte digitale Radarkonzept ermögliche eine flexible Wellenformerzeugung, die sich sofort an die jeweiligen Übertragungen anpasse, was zu einer hochgradig optimierten Leistung sowohl für rotierende als auch für starre Betriebsarten führe. Die Sender/Empfänger auf Galliumnitrid (GaN)-Basis ermöglichen das Auffassen von Zielen im Entfernungsband von unter 500 Metern bis über 400 km. Die Antenne ist für die Auswertung von IFF-Signalen der neuesten Modi Mode 5 und Mode S vorbereitet.

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Das GM200 MM /C kann auf einem Lkw betrieben werden und ist binnen einer Minute nach Erreichen des Einsatzortes betriebsbereit. (Foto: Thales)

Das GM200 MM unterstützt nach Angabe von Thales ein breites Spektrum von Missionen, darunter gleichzeitige Waffenortung und Bekämpfung von Artillerieeinheiten (Counter Battery Radar), Luftüberwachung und Luftverteidigung. Als mögliche Ziele, die automatisch entdeckt und verfolgt werden können, nennt Thales unbemannte Fluggeräte (einschließlich Klassifizierung), Raketen, Artillerie- und Mörsergeschosse (RAM), Flugkörper und Flugzeuge.

Nach Vorstellung des Geräts und der Produktionsstätten wurde das GM200 MM/C an die Streitkräfte übergeben. Am Folgetag demonstrierte die Truppe das Gerät in einsatznahen Szenarien einschließlich des scharfen Schusses.

Die Niederlande haben neun GM200 MM/C bestellt, von denen sechs für die Feuerunterstützung im Fire Support Command und drei für das Kommando Bodenbasierte Luftverteidigung vorgesehen sind. Darüber hinaus wird Thales Nederland das Radar auch an Norwegen, Dänemark und Litauen liefern, die bereits Verträge mit Thales unterzeichnet haben. Insgesamt sind bisher 27 GM200 /C bestellt worden.

Gerhard Heiming