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Auf der europäischen Beschaffungsplattform TED hat die schwedische Beschaffungsbehörde Försvarets materielverk (FMV) den Abschluss eines Rahmenvertrages zur Lieferung von 436 knickgelenkten Fahrzeugen BV410 angekündigt. Auftragnehmer ist die schwedische Hägglunds-Niederlassung des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems.

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, ist der Vertrag mit 7,6 Milliarden Schwedischen Kronen (rund 690 Millionen Euro) dotiert und enthält eine Anfangsausstattung mit Ersatzteilen sowie eine anfängliche logistische Unterstützung.

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Der CATV BVS10 Beowulf, Foto: BAE Systems

Der BV410 ist eine Weiterentwicklung des BVS10, der seit 2005 in zahlreichen Ländern eingeführt ist. Charakteristisch ist die Knicklenkung, die die etwa gleichgroßen Vorder- und Hinterwagen verbindet. In den ballistisch geschützten Kabinen können neben Kommandant und Fahrer je nach Missionsausrüstung bis zu zwölf voll ausgerüstete Soldaten transportiert werden. Die amphibischen Kettenfahrzeuge können übergangslos auf harten und weichen Untergründen sowie im Wasser operieren. Als Varianten sind Fahrzeuge für Truppentransport, Logistik, Kommunikation und Verwundetentransport vorgesehen.

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Das BVS 10 Mk II, umbenannt zum BV410, wird in vier Hauptvarianten produziert. Foto: BAE Systems

Der Vertrag gehört zu dem Programm Collaborative All-Terrain Vehicle (CATV), zu dem sich 2019 Schweden, Deutschland, Großbritannien und die Niederlande zusammengefunden haben, um gemeinsam ein hochgeländegängiges Fahrzeug als Nachfolge der BV 206 zu entwickeln. Es ist beabsichtigt, auf Basis des gemeinsamen Entwicklungsergebnisses fünf nationale Versionen zu realisieren, die für die Aufnahme von Missionsausstattungen aus nationaler Entwicklung vorbereitet sind.

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Der BVS10 Mk II mit der typischen Knicklenkung, Foto: BAE Systems

Deutschland hat einen Bedarf von 140 Fahrzeuge artikuliert und rechnet mit einem Finanzaufwand von rund 280 Millionen Euro. Zurzeit werden letzte technische Details geklärt. Danach soll in Kürze über eine 25-Millionen Euro-Vorlage die parlamentarische Billigung eingeholt werden. Im Sondervermögen Bundeswehr sind für 2023 rund 18 Millionen Euro und für die Folgejahre eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von knapp 1,2 Milliarden Euro ausgebracht.

Redaktion / gwh