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Terma, der dänische Hersteller von Radar- und Führungssystemen vermeldete gemäß eigenen Veröffentlichungen während der IMDEX Asia in Singapur (14. – 16. Mai) drei Verkaufserfolge.

Die „Sycamore“ist ein zivil besetztes Schiff, das von der Marine geleast wird. Neben der Ausbildung in Hubschrauberleitung dient sie u.a. zur Ausbildung in der Minenbekämpfung, des Marineoffiziersnachwuchses und als Tauchereinsatzschiff. (Foto: Ryoal Australian Navy)

Zum einen zeichnete Australien bereits im April ein Upgrade des Missionssystems auf dem australischen Mehrzweckschiff „Sycamore“, das u.a. zur Ausbildung in Hubschrauberleitung dient. Auf ihr soll nun das neueste Terma-Produkt C-Flex Patrol eingerüstet werden. Das System umfasst eine komplett überarbeitete Benutzeroberfläche mit einem „modernen und sehr intuitiven Benutzererlebnis zur Entlastung des Bedienpersonals“, so die Pressemitteilung von Terma. Durch die Kompilierung von Radardaten (Scanter 6002 – ein Solid-State X-Band-Radar), IFF, elektro-optischer Sensoren sowie weiterer Quellen (z.B. AIS, Internet) erhält der Bediener ein korreliertes Gesamtbild mit Seekarte, Track-Overlay, Anflugmustern von Hubschraubern, Routen usw. Somit sei es ihm möglich, die bestmögliche Entscheidung, die die jeweilige Situation erforderte, zu treffen. Der Lagebilderstellung und seiner Aufbereitung käme laut Terma zugute, dass das kombinierte Luft- und Oberflächenüberwachungsradar Scanter das einzige seiner Art wäre, das in der Lage sei, gleichzeitig sowohl Hubschrauberleitung als auch Seeraumüberwachung mit Entdeckung kleiner (See-) Ziele zu ermöglichen.

Die „Sycamore“, von einer Werft der Damen-Gruppe in Vietnam gebaut und 2017 ausgeliefert, ist ein zivil besetztes Schiff, das von der Marine geleast wird. Neben der Ausbildung in Hubschrauberleitung dient sie u.a. zur Ausbildung in der Minenbekämpfung, des Marineoffiziersnachwuchses und als Tauchereinsatzschiff. Von ihr können fliegende Drohnen (Starr- und Drehflügler) eingesetzt werden.

Darüber hinaus liefert Terma drei Scanter 2202 Radargeräte auf 18- bzw. 21-Fuß-Antennen an Mongla, den zweitgrößten Seehafen in Bangladesh. Betreiber wird die Hafenbehöre MPA (Mongla Port Authority).

Finanziell und technisch interessanter dürfte Auftragserfolg in Indonesien wiegen. Dort wird Terma vier Marineeinheiten mit seinem C-Flex Führungssystem, dem Scanter 4603 (X-Band-) Radar, dem C-Guard Täuschkörper, dem C-Fire Feuerleitsystem (elektro-optisch) ausstatten sowie eine volle Systemintegration der Waffen- und Sensorenanlagen herstellen. Terma wird zum System-Integrator des Waffeneinsatz- und Führungssystems.

Bei den Einheiten handelt es sich um KCR-60 Schnellboote (FAC – Fast Attack Craft), die auch als Sampari-Klasse bezeichnet wird. Indonesien verfügt bereits über drei Boote dieses Typs, ein viertes ist im Zulauf. Länge knapp 60 Meter (daher die 60 in der Bezeichnung), 460 Tonnen Verdrängung, zwei MTU Dieselmotoren ermöglichen 28 Knoten Höchstgeschwindigkeit. Die Boote dieses ersten Loses verfügen über chinesische Radarausstattung, zwei (noch) über den chinesischen Schiff-Schiff-Flugkörper C705. Im Januar 2019 wurde bekannt, dass vier weitere Boote gebaut werden sollen. Diese Bestellung wurde im Februar um zwei weitere Einheiten erweitert. Auslieferung des ersten Bootes im Jahr 2021. Am Rande der IMDEX kam es dann zu einer weiteren Zeichnung über zwei weitere Einheiten. Bauwerft ist die staatseigene PT PAL.

Für Terma sind diese drei Aufträge ein Erfolg, der seine industriepolitische Aufstellung bestätigt. Seit 2007 ist das Unternehmen mit einem Stützpunkt in Singapur etabliert. Diese ‚Botschaft‘ wurde 2016 nochmals in ihrer Bedeutung aufgewertet, als Terma das andere Regionalbüro im asiatischen Raum in Neu-Delhi aufgab, um die Aktivitäten in Singapur zusammenzuführen. Nach Firmenangaben sind mehr als 500 Scanter-Radargeräte in diesem wirtschaftlich hoch interessanten Raum in Betrieb. Zehn regionale Marinen setzen Radargeräte, Täuschkörper sowie Waffeneinsatz- und Führungssysteme des dänischen Unternehmens ein.

Hans Uwe Mergener