Das Defence-Tech-Start-up Agon hat eine Seed-Finanzierung über 30 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Das Unternehmen entwickelt in Berlin und London eine Simulationsplattform, mit der sich KI-gesteuerte Waffensysteme unter realitätsnahen Gefechtsbedingungen trainieren und testen lassen.
Das europäische Defence-Tech-Unternehmen Agon hat insgesamt 30 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt. Das Kapital soll in den Aufbau einer KI-Trainingsinfrastruktur für autonome militärische Systeme fließen. Nach Angaben des 2026 gegründeten Unternehmens handelt es sich um eine der größten europäischen Seed-Finanzierungen des laufenden Jahres.
Agon entwickelt eine digitale Simulationsumgebung, in der sich unter anderem Drohnen, Abfangsysteme und intelligente Munition erproben und weiterentwickeln lassen. Die sogenannte synthetische Kampfarena bildet unterschiedliche Gefechtsszenarien ab und greift dabei nach Unternehmensangaben auf reale Konfliktdaten zurück.
Autonome Systeme sollen dort in hoher Geschwindigkeit zahlreiche Einsatzlagen durchlaufen können. Agon verspricht sich davon kürzere Entwicklungszyklen, eine geringere Abhängigkeit von kostspieligen Feldversuchen sowie eine breitere Datengrundlage für militärische Beschaffungsentscheidungen.
Training unter simulierten Gefechtsbedingungen
Ausgangspunkt des Geschäftsmodells ist die Annahme, dass autonome Waffensysteme in künftigen Konflikten eine immer größere Bedeutung erlangen. Ihre Leistungsfähigkeit hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie umfassend die zugrunde liegenden KI-Modelle für komplexe und sich verändernde Einsatzlagen trainiert werden.
„Europa braucht eigenes Know-how, um KI-Systeme im Tempo der weltweiten Bedrohungen weiterzuentwickeln“, erklärte Agon-Mitgründer und CEO Tristam Constant. Das Unternehmen baue die dafür notwendige Infrastruktur auf. Agon habe seine Systeme zunächst sechs Monate lang gemeinsam mit ausgewählten Partnern erprobt.
Nach Angaben des Unternehmens sind bereits Kooperationen mit europäischen Anbietern aus dem Bereich der Verteidigungsautonomie angelaufen. Konkrete Partner oder Kunden nannte Agon zunächst nicht.
Das Unternehmen sieht seine Technologie zugleich als Beitrag zur europäischen Souveränität bei Künstlicher Intelligenz und kritischer Infrastruktur. Die Plattform soll europäischen Staaten und westlichen Verbündeten zur Verfügung stehen.
Investoren aus Europa und den USA
Die Finanzierung erfolgte in zwei Schritten. In einer ersten Pre-Seed-Runde stellten Lakestar, 201 Ventures, D3 und mehrere private Investoren insgesamt sieben Millionen US-Dollar bereit. Zu den Geldgebern gehörte auch David Helgason, Gründer des Softwareunternehmens Unity Technologies und Chairman von Agon.
In einer anschließenden Seed-Runde investierten XYZ, Lux Capital und Northzone weitere 23 Millionen US-Dollar. Auch bestehende Investoren erhöhten ihre Beteiligungen. Der Lakestar-Gründer Klaus Hommels zieht zudem in den Verwaltungsrat des Unternehmens ein.
Agon unterhält Standorte in Berlin und London. Mitgründer Junaid Hussain bezeichnete den Aufbau des Berliner Standorts als bewusste Entscheidung für Europa. „Berlin begleitet mich seit 13 Jahren. Dass wir Agon nun auch hier aufbauen, mit europäischem Kapital, ist eine aktive Entscheidung für den Standort“, sagte Hussain.
red









