Wie das belgische Verteidigungsministerium berichtet, haben Soldaten des Königreichs in der Nacht vom 28. Februar auf den 1. März in der Nordsee einen Tanker der russischen Schattenflotte geentert. Das belgische Patrouillenboot „Pollux“ hat das Schiff, das offiziell unter der Flagge Guineas fuhr, in der ausschließlichen Wirtschaftszone (engl. EEZ) des Königreichs abgefangen. Anschließend sind Spezialkräfte an Bord des Tankers gegangen und haben das Kommando übernommen. Unterstützt wurde diese Operation „Blue Intruder“ in der Luft von zwei Hubschraubern der belgischen Luftwaffe vom Typ NH90 und von zwei Helikoptern der französischen Marine. Die „Pollux“ hat anschließend das verdächtige Schiff in den belgischen Marinestützpunkt Zeebrügge eskortiert.

Bei dem festgesetzten Tanker handelt es sich um die „Ethera“, die sich auf dem Rückweg nach Russland befand. Seit Oktober des vergangenen Jahres steht das Schiff auf der Sanktionsliste der Europäischen Union, so der belgische Verteidigungsminister Theo Francken. Die militärische Inspektion an Bord hat den Verdacht bestätigt, dass der Tanker unter falscher Flagge fuhr. Laut Artikel 110 der UN-Seerechtskonvention (UNCLOS), so das belgische Verteidigungsministerium, seien die Streitkräfte damit berechtigt gewesen, das Schiff in der EEZ aufzubringen.

In diesem Zusammenhang erklärte General Frederik Vansina, Generalstabschef der belgischen Streitkräfte: „Indem wir verhältnismäßig und in enger Abstimmung mit unseren Partnern gegen die russische Schattenflotte gehandelt haben, tragen wir zur Aufrechterhaltung der internationalen Rechtsordnung, zur Sicherheit der maritimen Handelswege und zur Reduzierung der finanziellen Ressourcen Russlands bei, die den Angriffskrieg gegen die Ukraine finanzieren.“

Dr. Gerd Portugall