Der vom Iran geplante Einsatz von Minenlegern in der Straße von Hormus scheint nicht aufzugehen. Dafür wurde jetzt ein Containerschiff angegriffen; es soll nach einem Treffer durch ein „Geschoss“ in Flammen stehen.
Es gibt zwar mittlerweile eine politische Initiative zum Schutz der zivilen Handelsschifffahrt im Mittelost-Golf. Bis sie zustande kommt – falls sie zustande kommt – bleibt die Region im Zuge des Iran-Kriegs aber ein Hochrisiko-Gebiet für die Schifffahrt.
Exemplarisch lässt sich das an zwei aktuellen Entwicklungen beobachten:
Nach Angaben der britischen Behörde für maritime Sicherheit UKMTO wurde ein ziviles Handelsschiff von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen. Der Vorfall ereignete sich demnach gestern vor dem Hafen Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Um welches Schiff es sich dabei handelt, wurde nicht veröffentlicht. Es soll sich um einen Containerfrachter handeln. Mehr als 140 Box-Carrier, 19 MPP-Schiffe und eine große Anzahl an Tankern und Bulkern sitzen nach der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran im Mittelost-Golf fest. Auf dem jetzt getroffenen Frachter soll ein Feuer ausgebrochen sein. Die Besatzung konnte aber offenbar in Sicherheit gebracht werden.
Eine große Bedrohung stellen prinzipiell auch Seeminen dar, die er Iran in der Straße von Hormus platzieren will, um die Schifffahrt zu stoppen. Mit dem Plan scheint das Regime in Teheran aber bislang keinen großen Erfolg zu haben. So schrieb der US-Präsident Donald Trump über seine Social-Media-Kanäle, dass gestern mehrere „Boote und/oder Schiffe zum Verlegen von Minen“ durch das US-Militär zerstört wurden.
Wann es zu umfangreicheren und vor allem koordinierteren militärischen Schutzmaßnahmen für die zivile Schifffahrt kommt, ist hingegen noch unklar. Frankreichs Präsident Emanuel Macron hatte dazu eine Initiative gestartet (der Verband Deutscher Reeder befürwortet dies ausdrücklich und spricht sich für eine deutsche Beteiligung an der Initiative aus). Bis es zu einer Umsetzung kommen könnte, dürften aber noch einige Tage vergehen.
Militärische Eskorten zum Beispiel von Tankern, um den Ölhandel zu stabilisieren, wären dabei eine Option. Auch in den USA wird darüber nachgedacht. Eine Meldung, dass bereits ein Tanker eskortiert wurde, stellte sich allerdings als falsch heraus. Energieminister Chris Wright hatte zunächst gepostet, dass die Marine einen Tanker durch die Straße von Hormus geleitet habe – gefolgt von entsprechenden Reaktionen an den Energiemärkten. Wenig später kam aber bereits ein Dementi aus dem Weißen Haus. Die Meldung sei falsch, sagte Sprecherin Karoline Leavitt.
Michael Meyer / HANSA









