Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner Sitzung am 25. Februar die Finanzmittel für den zweiten Abruf aus dem Rahmenvertrag mit Safran Electronics zur Beschaffung von Wärmebildgeräten JIM Compact vom Januar 2025 freigegeben. Im Rahmenvertrag ist die Lieferung von insgesamt 2.500 Geräten vereinbart. Beim Abschluss wurden rund 600 Geräte fest bestellt, die weitgehend ausgeliefert sind. Die zweite Charge soll eine vierstellige Anzahl von Geräten umfassen und mit rund 110 Millionen Euro finanziert werden.

Das Wärmebildbeobachtungsgerät JIM Compact auf der Enforce TAC. (Foto: Gerhard Heiming)

JIM Compact mit drei Beobachtungskanälen

Das JIM Compact ist ein multifunktionales, zweiäugiges Infrarotfernglas für Situationserkennung auf Basis einer optimalen Sicht bei Tag und Nacht. Dank seiner fortschrittlichen Konnektivität kann der Bediener gemeinsam mit anderen zusammenarbeiten und profitiert dabei vom besten Leistungs-Gewichts-Verhältnis aller Geräte seiner Klasse, schreibt Safran.

Das Gerät bietet drei Beobachtungskanäle.

● Wärmebild mit gekühltem IR-Sensor in einer Auflösung von 640×480 Pixeln und einem 28-fach Hybrid-Zoom. Damit können bei Tagt und Nacht und allen Wetterbedingungen Objekte entdeckt und identifiziert werden.

● Tageslicht-Farb-Video-Kamera mit HDTV-Auflösung (14 MegaPixel) und 28-fach digitalem Zoom zur unabhängigen Augenbeobachtung für Beobachtungs- und Identifizierungszwecke bei Tageslicht.

● Restlicht-Kamera mit LLL-CMOS-Sensor in SXGA-Auflösung (1280×1024 Pixel) für die Erkennung und Identifizierung in der Dämmerung und bei schlechten Lichtverhältnissen.

Der Wärmebild- und der Restlicht-Kanal können mit dem Wärmebildkanal fusioniert werden, um besonders auf Hot-Spots aufmerksam zu werden.

Das Wärmebildbeobachtungsgerät JIM Compact ermöglicht Erkennen und Identifizieren von Objekten bei Tag und Nacht und schlechter Sicht. (Foto: Safran Electronics)

Ergänzende Ausstattung

Zudem ist das Gerät mit einem augensicheren Laser-Entfernungsmesser, Kompass, Neigungsmesser und Laser-Pointer ausgestattet. Die Energieversorgung erfolgt über handelsübliche AA-Batterien oder Akkus für vier Stunden Dauerbetrieb oder externe Energieversorgung.

Die Aufklärungsergebnisse können per Draht (Ethernet) oder per Nahfeld-Funk (Bluetooth, WLAN) geteilt werden.

Querschnittsgerät für die Infanterie

Die Deutsche Infanterie erhält ein Querschnittsgerät, das ein breites Bedarfsspektrum abdeckt, darunter Tag-/Nachtbeobachtung und Zielerfassung, unabhängig von den Wetterbedingungen und auch in Umgebungen, in denen Navigationssysteme (Global Navigation Satellite System, GNSS) wie GPS, Galileo und andere nicht verfügbar sind.

Gerhard Heiming