
„Amiral Ronarc’h“: Wirkungsträger einer neuen Fregattengeneration
Guy Toremans
Mit der „Amiral Ronarc’h“ nimmt die französische Marine die erste Verteidigungs- und Interventionsfregatte in Dienst. Die neue Frégate de Défense et d’Intervention, kurz FDI, kombiniert inverse Bugform, integrierten Sensormast und Cyberabwehr zu einem vernetzten Wirkungssystem. Erprobung, Zulauf und Exportaufträge zeigen: Das modulare Design ist lieferfähig und skalierbar.
Innovation für Wirkung auf See
Auffällig sind drei konstruktive Neuerungen: der inverse Bug, die Spritzschiene und die integrierte Mastkonstruktion. Der „umgekehrte“ Bug schneidet die Wellen, leitet die Wassermassen kontrolliert nach außen ab und verringert so die aufsteigende Gischt am Vorschiff. Was an der „Nase“ dennoch hochläuft, trifft auf die Spritzschiene und wird dort zu feinem Nebel zerschlagen. Ziel ist weniger Stampfen und ein trockeneres Vorschiff bei schwerer See, was Sensorik, Besatzung und Einsatztauglichkeit spürbar entlasten soll. In den Erprobungen bei unterschiedlichsten Seegangsbedingungen bestätigte sich dieser Effekt; der Kommandant, Kapitän zur See Nicolas Guiraud, spricht von deutlich ruhigerem Verhalten bei schwereren Seen.
Mit einer Länge von 121,6 Metern und einer Breite von 17,7 Metern verdrängt die „Amiral Ronarc’h“ 4460 Tonnen. Ihre Kernbesatzung umfasst 111 Mann, dazu kommen eine 14-köpfige Abteilung zum Einsatz der fliegenden Komponenten und 25 Ersatzkojen, die die Unterbringung einer kleinen Stabsgruppe oder von Fusiliers Marins (Marinekommandos) ermöglichen. (Foto: Naval Group)
Die integrierte Maststruktur (Panoramic Sensors and Intelligence Module, PSIM) misst zehn mal zehn Meter Grundfläche, ist 42 Meter hoch und wiegt 150 Tonnen. Sie wird separat vormontiert und getestet, erst dann an Bord gebracht. Intern verfügt die „Amiral Ronarc’h“ als erstes Schiff der französischen Marine über eine Befehlszentrale für asymmetrische Lagen (PCLCMA) direkt hinter der Brücke. Optronik und Kameras liefern eine durchgängige Tag-Nacht-„Szene“ auf hochauflösenden Displays. Augmented-Reality-Werkzeuge markieren Objekte und erlauben das Setzen von Entfernunsgrenzen, so kann die Crew beispielsweise eine 1.000-Meter-Sicherheitsgrenze um das Schiff legen, um Annäherungen früh und eindeutig zu bewerten.
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