Wie das Verteidigungsministerium in London berichtet, hat es am 2. Juni das strategische Grundlagendokument „Strategic Defence Review 2025” (SDR) unter dem Motto „Großbritannien gefahrloser machen: sicher zuhause, stark im Ausland“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich um die erste strategische Rundschau dieser Art seit zehn Jahren. 2015 hatte die konservative Regierung unter Premierminister David Cameron jene Strategie ganz unter dem Eindruck der gewaltsamen Annexion der Krim und des russischen Angriffs auf den Donbass in der Ostukraine verabschiedet. Nun hat die seit dem vergangenen Juli amtierende Labour-Regierung unter Premier Sir Keir Starmer MP ein eigenes Grundlagendokument vor dem Hintergrund des seit Februar 2022 tobenden totalen russischen Angriffs- und Vernichtungskrieges gegen die Ukraine herausgegeben.

Screenshot: UK MOD
„Die Welt hat sich verändert“, so Verteidigungsminister John Healey MP in seinem Vorwort. Neben dem Ukrainekrieg dürfte dabei auch der Amtsantritt der zweiten Trump-Administration anklingen. „Die Bedrohung, der wir uns nun gegenübersehen, ist ernster und weniger voraussagbar als zu jeder Zeit seit dem Kalten Krieg. Das Vereinigte Königreich begegnet Krieg in Europa, zunehmender russischer Aggression, neuen nuklearen Risiken und täglichen Cyber-Angriffen zuhause. (…) Im Krieg in der Ukraine töten Drohnen gegenwärtig mehr Menschen als traditionelle Artillerie.“
Dabei betont die Regierung in London, künftig deutlich mehr Verantwortung für die europäische Sicherheit übernehmen zu wollen. Deshalb sollen die britischen Verteidigungsausgaben bis 2027 einen BIP-Anteil von 2,5 Prozent erreichen. Für die nächste Legislaturperiode sei dann ein Anteil von 3,0 Prozent avisiert, allerdings mit der Einschränkung, dass dies die steuerlichen und wirtschaftlichen Bedingungen auch gestatten. Als Vision der SDR für die britische Verteidigungspolitik werden genannt: 1. Kriegstüchtigkeit herstellen, 2. Wachstumsmotor durch die wehrtechnische Industrie, 3. „die NATO zuerst“, 4. britische Innovationen aufgrund der Lehren aus dem Ukrainekrieg sowie 5. ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz für die Verteidigung.
Eine ausführliche Analyse des Strategic Defence Review 2025 folgt in der nächsten Ausgabe der Europäischen Sicherheit & Technik.
Dr. Gerd Portugall










