Besatzungslose System in der Luft, am Boden und im Wasser (Uncrewed Aeriel, Ground and maritime Systems, UxS) nehmen an Bedeutung für die Gefechtsführung stark zu. Das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe (WiWEB) unterstützt die Truppe bei der Erarbeitung der Anforderungen und Einsatzgrundsätze für die Systeme.
Die besatzungslosen Systeme können und sollen in der Luft und am Boden verschiedene Funktionen übernehmen, schreibt die Bundeswehr auf ihrer Webseite. Dazu gehöre bei fliegenden Drohnen vor allem Aufklärung, Abwehr und Wirkung. Am Boden können die Systeme darüber hinaus unter anderem den Transport von Material und Ausrüstung oder die Verwundeten-Rettung unterstützen.

Drohnen im Innovationslabor
Bei UxS setzt die Bundeswehr auf Software-Souveränität. Mit Bw-eigenen Software-Anteilen sollen die Systeme unabhängig, schnell anpassbar und sicher werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Innovationslabor System Soldat programmieren diese selbst.
Im Innovationslabor des WiWEB nimmt das Team deshalb die besatzungslosen Flugobjekte auch softwareseitig komplett auseinander, um diese zu verstehen und dann eigene Anteile zu programmieren und zu entwickeln. „Das Ziel ist, der ausschließlich deutschen Industrie konkrete Forderungen zu nennen, was die verschiedenen unbemannten Systeme können sollen“, erklärt Projektleiter Christoph P. Seine Forschungsgruppe wisse mittlerweile ganz genau, was gebraucht wird. „Dafür ist das Innovationslabor auch ein mehr als gut geeigneter Ort“, fügt der Forscher hinzu. Hier habe man einen Platz geschaffen, der kreative Ideen, Forschung und Innovationen im Einklang mit der Industrie und der Truppe auf eine neue Ebene bringe.
Test in der Truppe
Für das Heer hat das Amt für Heeresentwicklung den Fähigkeitsbedarf entlang der Domänen Führung, Aufklärung, Wirkung und Unterstützung identifiziert und 2004 im Konzept „Einsatz UxS/LMS im Heer“ dokumentiert. In dem umfassenden und ganzheitlichen Dokument zum Einsatz unbemannter Systeme zu Lande, zu Wasser und in der Luft (UxS) sowie von Loitering Munition Systems (LMS) werden konkrete Forderungen an die unbemannten Systeme gestellt, die notwendigen Stückzahlen benannt sowie grundsätzliche Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt.
Die angepassten Prototypen kommen als Leihgabe in die Truppe und werden dort von Soldaten in einsatznahem Umfeld getestet. Dafür wurde die Panzerbrigade 21 ausgewählt, in der derzeit die Mittleren Kräfte aufgestellt werden. Bei der Erprobung wirken die Soldaten mit Projektteams aus dem Amt für Heeresentwicklung und Wissenschaftlern des WiWEB zusammen.
Vorher wurden die militärischen Anwender im „Innovationslabor System Soldat“, unterstützt durch die kooperierenden Industriepartner, mit den hochmodernen Flugsystemen vertraut gemacht. Dabei üben sie das Starten, das Vorwärts- und Rückwärtsfliegen sowie das Lenken – alles, was dazu gehört, um die Drohnen sicher zu bedienen.
Beschleunigte Beschaffung
Die Ergebnisse der Zusammenarbeit führen auf allen Seiten zu wertvollen Erkenntnissen. Schon jetzt ist klar: Die frühe Einbeziehung der Nutzer und die direkte Zusammenarbeit mit der Industrie bringen einen enormen Zeitvorsprung und sorgen für eine hochmoderne, praxistaugliche und überlegene Ausrüstung.
Es bleibt zu hoffen, dass der erreichte Zeitvorteil nicht durch ein langwieriges Beschaffungsverfahren aufgezehrt wird. An der Finanzierung dürfte es nicht scheitern, da nach der Entscheidung des Deutschen Bundestages vom 18. März Kredite für den Verteidigungshaushalt nur zum Teil auf die Schuldenbremse anrechnen.
Redaktion / gwh













