Das Projekt SPARTA der Universität der Bundeswehr in München soll die Parteienpräsenz auf sozialen Medien während des laufenden Bundestagswahlkampfes messen. Dafür werden Beiträge auf allen Plattformen der sozialen Medien von Prof. Jasmin Riedl und ihrem Team in Echtzeit ausgewertet.
Das Projekt soll die Aktivitäten der Parteien auf sozialen Medien im Wahlkampf transparenter machen; welche Themen werden behandelt, wie äußert man sich gegenüber der Konkurrenz und wie werden Debatten geführt? Aber auch die öffentliche Stimmung gegenüber den Parteien wird untersucht. Doch warum liegt der Fokus auf Plattformen wie Tik Tok, X und Youtube?
Soziale Medien haben immensen Einfluss auf Informationsflüsse, Darstellungen und Narrative. Vor allem politische Inhalte werden oft polarisiert und dadurch haben soziale Medien auch Einfluss auf Wahlergebnisse und sind wichtige Instrumente im Wahlkampf. Das birgt jedoch auch Risiken der Manipulation des öffentlichen Diskurses, sei es durch unabhängige Faktoren wie Algorithmen oder durch ausländische Einmischung wie Bot- Kampagnen. Diese durch die Eigenlogik von digitalen Räumen entstehenden „systemischen Risiken“ soll SPARTA untersuchen und dokumentieren.

Das Monitoring soll die Wahrnehmung von Parteien, Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten wird durch die X-Öffentlichkeit bewerten. Es wird untersucht, wie oft Parteien ihre Konkurrenz kritisieren, wer wen angreift und wer am meisten kritisiert. Eine Cross-Plattform-Analyse soll dabei zeigen, wie intensiv Parteien die Plattformen X, TikTok und YouTube nutzen, wer die meisten Views und Likes erhält.
Aktuell dominieren bestimmte Politikfelder die digitale Debatte zur Bundestagswahl, wobei Parteien und Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten unterschiedliche Schwerpunkte setzen und relevante Hashtags verwenden. In den kommenden Wochen wird SPARTA weitere Analysen integrieren, darunter Unterschiede in der digitalen Sichtbarkeit. Es wird untersucht, wie intensiv Politikerinnen verschiedene Social-Media-Plattformen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen nutzen, wer häufiger gesehen wird und wer die meisten Likes erhält.
Zudem wird das Ausmaß toxischer Sprache auf der Plattform X analysiert. Dabei wird auch untersucht, welche Politikfelder und politischen Akteure am häufigsten im Zusammenhang mit toxischer Sprache auftauchen.
Da SPARTA ein Forschungsprojekt des dtec.bw, ein von den Universitäten der Bundeswehr getragenes wissenschaftliches Zentrum ist, unterliegt es der akademischen Selbstverwaltung. Auf die dadurch gewährleistete Neutralität kommt es bei politisch derart sensiblen Analysen an. Ein Blick auf Sparta lohnt sich also für jede politische Richtung. Seit dem 23. Januar 2025 ermöglicht das Forschungsprojekt Social-Media-Monitoring des Bundestagswahlkampfes im Live-Betrieb.
(jd)



