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Zur Vorbereitung der Fußball-Europameisterschaft, die im Juni/Juli 2024 in zahlreichen deutschen Städten ausgetragen wird, entwickeln die Sicherheitsbehörden ein übergreifendes nationales Sicherheitskonzept. Eine Begleitmaßnahme ist das Training der Sanitätskräfte in der vom Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) geförderte Übungsreihe EUROMED, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zusammen mit andern Beteiligten durchführt.

Höhepunkt der Übungsreihe war die Großübung am 2. März, die das BBK zusammen mit der Freien Hansestadt Hamburg ausgerichtet hat. Nach Angaben des BBK war das Ziel, die Einsatzabläufe innerhalb der Medizinischen Task Force (MTF) sowie im Zusammenspiel mit anderen Akteuren im Bevölkerungsschutz umfassend zu trainieren. Fast 750 Übungsbeteiligte, davon eine große Anzahl ehrenamtliche Einsatzkräfte, nahmen daran teil, schreibt das BBK. In der Übung seien verschiedene Aspekte des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes kombiniert und geübt worden, u.a. die Anforderung und Transportlogistik von medizinischen Verbrauchsgütern (Sanitätsmaterialbevorratung), die präklinische Versorgung von Verletzten, deren Transport zu Land und durch die Luft (Zivilschutz-Hubschrauber) sowie die klinische Versorgung aller Verletzten unter Berücksichtigung der Krankenhausalarm- und Einsatzplanung (KAEP).

Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte trainierten die Alarmierung, die Verlegung und den Betrieb von drei Einheiten der MTF aus Hamburg und aus Niedersachsen auf dem Übungsgelände der Reichspräsident Ebert-Kaserne der Bundeswehr in Hamburg.

Zu Beginn der Übung behandelte die Besatzung der MTF 51 aus Hamburg leichte Verletzungen in geringer Anzahl. Plötzlich wuchsen die Zahl der Verletzten und die Schwere der Verletzungen stark an. Um den Massenanfall beherrschen zu können wurde zusätzlich die MTF 56, ebenfalls aus Hamburg, alarmiert. Später wurde eine dritte MTF, die aus den niedersächsischen MTF 6 (Oldenburg) und MTF 7 (Hannover) gebildet wurde, hinzugezogen zur Ablösung der eingesetzten Kräfte.

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Bei der EUROMED-Übung bauten zwei Medizinische Task Forces (MTF) einen Behandlungsplatz auf. (Foto: Gerhard Heiming)

In diesem Szenario konnten die Einsatzkräfte dem BBK zufolge gleich mehrere Aufgaben trainieren, deren Ablauf im Ernstfall schnell und eingespielt funktionieren muss:

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  • den Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes,
  • die präklinische und klinische Versorgung bei einem Massenanfall von Verletzen (kurz MANV),
  • den lokalen und luftgestützten Patiententransport in Krankenhäuser,
  • die Nachversorgung mit Sanitätsmaterial in größeren Schadenslagen,
  • die bundeslandübergreifende Anforderung und Alarmierung einer MTF,
  • die Übergabe eines Behandlungsplatzes von einer MTF an eine andere sowie
  • die Zusammenarbeit verschiedener MTF-Einheiten untereinander.

BBK-Präsident Tiesler zur Großübung EUROMED: „Es ist wichtig, dass den Einsatzkräften und allen handelnden Personen die Abläufe im Einsatz gut vertraut sind, denn nur so können Verletzte im Einsatzfall schnell und bestmöglich versorgt werden. Dank der EUROMED Übungsreihe und der Großübung konnten wir nicht nur die katastrophenmedizinische Behandlung von Verletzten, sondern auch länderübergreifende Abläufe bei einem Massenanfall von Verletzten üben. Ich bedanke mich bei den teilnehmenden MTF-Einsatzkräften, bei der Freien und Hansestadt Hamburg, bei der Bundeswehr sowie bei unseren Partnern aus der Forschung für eine gelungene Übung.“

Die Übung endete gegen 19 Uhr nachdem die Einsatzkräfte an diesem Tag insgesamt fast 200 Verletzungen behandelt haben.

Medizinische Task Force

Die MTF ist eine Spezialfähigkeit des Bundes und der mitwirkenden Hilfsorganisationen und Feuerwehren für die medizinische Versorgung von Verletzten. Vom BBK konzipiert und für den Zivilschutz und die länderübergreifende Katastrophenhilfe ausgestattet, stehen die Einheiten der MTF an 61 Standorten in Deutschland auch während der vom 14. Juni bis 14. Juli stattfindenden UEFA EURO 2024 jederzeit bereitEine MTF besteht aus 27 Einsatzfahrzeugen mit einer Gesamtbesatzung von 138 ehrenamtlichen Einsatzkräften aus den Hilfsorganisationen sowie den Feuerwehren. Zur Fahrzeugausstattung gehören zwei Führungsfahrzeuge in der Führungsgruppe, fünf Mannschaftstransport- und Gerätewagen im Dekontaminationszug, elf Mannschaftstransport- und Gerätewagen im der Behandlungsbereitschaft, drei Gerätewagen im Logistikzug und sechs Krankentransportwagen im der Patiententransportgruppe.

Redaktion / gwh