April 2019 Ausgabe der Europäischen Sicherheit & Technik erschienen

Print Friendly, PDF & Email

Herzlichen Glückwunsch NATO! Am 4. April begeht das Bündnis die 70. Wiederkehr seiner Gründung. Die Allianz war, wenn man der veröffentlichten Meinung folgt, eigentlich immer in der Krise, so auch jetzt. Vielleicht könnte man die Debatten dieser Tage so zusammenfassen: Die Beistandsklausel der NATO wird von allen uneingeschränkt mitgetragen!

Die weiteren Aufgaben sind nur schwer konsensfähig, weswegen sie oft von einer Koalition der Willigen ausgeführt werden. Es gilt aber auch: Die NATO hat immer wieder zusammengefunden, hat sich der politischen Lage anpassen können. Der deutsche Botschafter bei der NATO, Hans-Dieter Lucas, beschreibt den Weg, den das offizielle Deutschland vorschlägt, Michael Rühle, ein Insider der NATO mit freiem Blick, bietet sein Rezept an.

Hier können Sie die aktuelle Ausgabe in unserem Shop als Printheft oder als PDF erwerben.

Die NATO war und ist immer auch ein maritim ausgerichtetes Bündnis. So steht in dieser Ausgabe die Marine im Fokus unserer Betrachtungen. Der Inspekteur der Marine, Andreas Krause, fordert eine Trendwende Mindset. Braucht das Seebataillon Kampfschiffe? Und Frankreich macht mit der Mission Clemenceau seine Interessen in der Welt deutlich. Nachdem die USA und Russland den INF-Vertrag aufgegeben haben, muss die NATO sich nuklear neu aufstellen. Diese Diskussion wird uns noch lange begleiten. Dass Deutschland an seiner nuklearen Teilhabe festhalten will, ist Politik aller bisherigen Bundesregierungen gewesen. Der dafür vorgesehene Tornado ist in die Jahre gekommen. Zur Zeit sind zwei Flugzeuge im Rennen um die Nachfolge: Der Eurofighter und die F 18. Beide werden in dieser Ausgabe vorgestellt.

Die Bundeswehr ist eine Einsatzarmee. Sie stellt in diesem Jahr die Führung der NATO-Speersitze. Dass sie dafür materiell nur mit Mühe ausgestattet ist, wurde immer wieder in den Medien aufgegriffen. Aber: Greifen die Verfahren der Alarmierung, steht die Truppe, wenn es losgeht? Da sind gute Nachrichten zu vermelden. ES&T hat sich in Munster umgehört, wo ein Alarm richtig durchgeübt wurde. In Mali ist der Einsatz schon heiß, jenseits der Übungsphase jedenfalls. Die Aufklärungsdrohne Heron 1 wird dort auch als Erfolgsgeschichte empfunden. Das sind zwei Aspekte, die zeigen, dass die Bundeswehr, wenn sie gefordert ist, auch liefern kann.

Dass das mit dem Liefern manchmal schwer und kompliziert ist, liegt auch an Verfahren für Rüstungsprojekte, die vielleicht doch verbessert werden können. Die Reform des zuständigen Bundesamtes der Bundeswehr ist vom Tisch. Es gibt aber Vorschläge der Industrie zur Verbesserung des Managements von Projekten.

Und dann muss nach vielen Erfahrungen auf zahlreichen Messen der Welt einmal Klartext geschrieben werden: Die Deutschen verspielen durch die Art ihre Auftritts, des Auftritts der „Offiziellen“ in der Welt zahlreiche Chancen.

Das ist der Bogen dieser ES&T 4/2019, den die Redaktion für Sie, unsere Leser, gespannt hat.

Rolf Clement, Chefredakteur

Themen der Ausgabe:

  • „Wir brauchen diese Schiffe jetzt in der Marine“ – Interview mit dem Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause
  • Amphibische Kampfboote für das Seebataillon – Ein Fähigkeitszugewinn (nicht nur) für die Ostsee (Arne Krüger)
  • Plattformautomation für Marineschiffe (Kai Prostka)
  • „Mission Clemenceau“ – Frankreichs europäische Botschaft an die Welt (Hans Uwe Mergener)
  • 70 Jahre NATO – Transatlantisch bleiben – Europäischer werden (Hans-Dieter Lucas)
  • Die NATO mit 70 )Michael Rühle)
  • Die russische nukleare Herausforderung meistern – Den Weg in die Zukunft gestalten (Robbin Laird)
  • Immer wieder brandgefährlich: Der Kaschmir-Konflikt (Martin Pabst)
  • Vorposten der Demokratie? (Peter Philipp)
  • Herausforderungen für die Zusammenarbeit in der europäischen Rüstungspolitik – Ergebnisse einer PwC-Untersuchung (Germar Schröder, Jan Wille, Albert Zimmermann, Claudio von Heereman und Zeno Lobe)
  • „Robuster Speer“ in Munster – Speerspitze übte live (Rolf Clement)
  • Fähigkeiten luftbeweglicher Kräfte des Heeres (Dietmar Klos)
  • Heron 1 in Mali – Eine Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben (Volker Jansen)
  • Die logische Wahl für Deutschland – Der Eurofighter als Tornado-Nachfolger (Ulrich Renn)
  • F/A-18E/F Super Hornet (Sidney E. Dean)
  • Präzisionsbewaffnung mit Perspektive – Taurus auch für Eurofighter und F/A-18 Super Hornet adaptierbar (Lars Hoffmann)
  • „Das aktuell größte und wichtigste Beschaffungsprogramm ist AIR2030“ – Interview mit dem Leiter des Schweizer Bundesamtes für Rüstung armasuisse, Martin Sonderegger
  • Komplexe Waffensystemtechnik versus Einsatzfähigkeit (Rolf Hilmes)
  • Bronco 3 eiskalt getestet (Gerhard Heiming)
  • Sichere Kommunikation (Dorothee Frank)
  • Geräteverfügbarkeit und Neuausrüstung der Bundeswehr – Was kann die Industrie dazu beitragen? (Hans Christioph Atzpodien)
  • Die Grenze zum Affront ist überschritten – Beobachtungen von der Rüstungsmesse IDEX 2019 in Abu Dhabi (Peter Boßdorf)

Teilen