Militärische Kommunikation muss auch unter extremen Bedingungen funktionieren – etwa in Kampfgebieten, nach Naturkatastrophen oder in schwer zugänglichem Gelände wie Wäldern, urbanen Räumen oder Gebirgsregionen. Wenn Funk nicht möglich oder verboten ist, kommen Draht- oder Glasfaserlösungen zu Tragen. Dabei ist entscheidend, dass flexible und widerstandsfähige Kommunikationsinfrastruktur für einfache Nutzung bereitsteht.
2-Draht-Kommunikationssystem
Hensoldt hat auf der AFCEA-Fachausstellung ein robustes 2-Draht-Kommunikationssystem für militärische Einsätze vorgestellt, das speziell auf die Anforderungen moderner Gefechtsfelder zugeschnitten ist. Das System ist für die Nutzung von handelsüblichem Feldkabel ausgelegt, das mechanische Belastungen, Temperaturschwankungen und schwierige Umweltbedingungen standhält. Gleichzeitig kann es von Soldatinnen und Soldaten einfach installiert, repariert oder ausgetauscht werden, was die Einsatzfähigkeit im Feld deutlich erhöht.
Das 2-Draht-Kommunikationssystem besteht aus zwei Anschaltkästen: das 560 Gramm leichte Führungskästchen bietet Anschlüsse für sechs Kanäle und das 210 Gramm leichte Teilnehmerkästen für zwei Kanäle. Sobald das Feldkabel (oder ein anderes geeignetes Kabel) über Klemm- oder Steckanschluss verbunden ist, steht eine Ethernet-kompatible Datenverbindung mit 100 Mbit/s mit 1.000 Meter Reichweite zur Verfügung. Wenn USB-Steckverbindungen genutzt werden können, erhöht sich die Übertragungsrate auf bis 480 Mbit/s.

Robust und flexibel
Das System unterstützt verschiedene Netzwerkstrukturen wie Stern-, Reihen- oder Ringverbindungen sowie Mischformen. Dadurch lässt sich die Kommunikationsinfrastruktur flexibel an unterschiedliche taktische Anforderungen anpassen. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Wartungsaufwand sowie die hohe Verfügbarkeit vorhandener Kabelbestände innerhalb militärischer Einheiten.
Darüber hinaus bietet die Lösung hohe Sicherheit für die Übertragung sensibler Informationen. Die Stromversorgung erfolgt ausschließlich über USB, wodurch keine externe Energiequelle erforderlich ist. Insgesamt soll das System eine zuverlässige und widerstandsfähige Kommunikationslösung für Infanterieeinheiten schaffen und die militärische Führungsfähigkeit auch unter schwierigen Einsatzbedingungen sicherstellen.
Erste Nutzung
Das 2-Draht-Kommunikationssystem wird bereits von der Schweizer Armee genutzt. Die Bundeswehr hat Interesse angemeldet und untersucht Nutzungsmöglichkeiten z.B. mit dem Transportpanzer Fuchs, der Kabine für ADLER, das Feuerleitsystem der Artillerie und mit dem zukünftigen CAVS-Mörser NEMO.
Gerhard Heiming




















